RATGEBER GELDANLAGE 2026

Cost-Average-Effekt

Durchschnittskosteneffekt einfach erklärt: wie er funktioniert, was er bringt und wo seine Grenzen liegen

Wer monatlich einen festen Betrag in einen ETF-Sparplan investiert, kauft bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Genau dieser Mechanismus heißt Cost-Average-Effekt. Er macht ETF-Sparpläne psychologisch angenehm und das Markttiming irrelevant. Aber er ist kein Rendite-Wunder: Wir erklären, was der Effekt wirklich bringt, wo er enttäuscht und wie Sie ihn sinnvoll für Ihren Vermögensaufbau nutzen.

11 Min. Lesezeit Aktualisiert: Juni 2026 Ringo Dühmke
75 €
Durchschnittspreis im Beispiel vs. 83,33 € arithmetisch
2/3
der Fälle: Einmalanlage schlägt gestaffelten Einstieg
0 €
Sparplangebühren bei Trade Republic und anderen
10 +
Jahre Anlagehorizont empfohlen
Ringo Dühmke
Autor

Ringo Dühmke

Finanzredakteur und zertifizierter Finanzberater (§ 34f GewO)

Als Gründer von Bankdaten.de und weiteren Finanzportalen beschäftige ich mich seit über 25 Jahren täglich mit Banken, Anlagekonten und Zinsbedingungen, sowohl privat als auch beruflich.

Das Wichtigste in Kürze

Der Cost-Average-Effekt entsteht, wenn regelmäßig ein fester Geldbetrag in dieselbe Anlage investiert wird. Bei niedrigen Kursen kauft der Sparplan automatisch mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Dadurch ergibt sich ein durchschnittlicher Einstiegspreis, der das Markttiming irrelevant macht.

Der Effekt ist nützlich, aber kein Rendite-Versprechen. Historisch erzielt eine Einmalanlage in rund zwei Dritteln aller Fälle eine höhere Rendite, weil das Kapital früher und länger im Markt arbeitet. Wer jedoch monatlich aus dem laufenden Einkommen spart, hat diese Wahl ohnehin nicht: Der Sparplan ist dann die natürliche und sinnvolle Lösung.

Psychologisch ist der größte Vorteil des Effekts die Automatisierung. Der Sparplan kauft unabhängig von Nachrichtenlage und Börsenstimmung weiter. Das verhindert typische Anlegerfehler wie Panikverkäufe in Krisenzeiten oder das endlose Warten auf den „perfekten" Einstiegszeitpunkt.

Sparplan in Krisen weiterführen

Bei fallenden Kursen kauft der Sparplan die günstigsten Anteile. Pausieren in Krisen zerstört den Effekt.

Breit gestreute ETFs wählen

Der Effekt wirkt am sinnvollsten bei globalen Aktien-ETFs mit langen Anlagehorizonten.

Kosten niedrig halten

Nur bei gebührenfreien oder sehr günstigen Sparplänen kommen die Vorteile voll zum Tragen.

GRUNDLAGEN

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Durchschnittskosteneffekt einfach erklärt

Der Cost-Average-Effekt, auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt, entsteht, wenn regelmäßig ein fester Geldbetrag in dieselbe Anlage investiert wird. Entscheidend ist dabei, dass nicht eine feste Stückzahl gekauft wird, sondern ein fixer Euro-Betrag. Das führt dazu, dass bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen automatisch weniger Anteile erworben werden.

Wer jeden Monat 200 Euro in einen MSCI-World-ETF investiert, kauft im Februar bei einem Kurs von 100 Euro zwei Anteile, im März bei 80 Euro 2,5 Anteile und im April bei 120 Euro nur 1,67 Anteile. Der Anleger muss nicht aktiv entscheiden, ob der Markt gerade günstig oder teuer ist. Der Sparplan kauft automatisch weiter. Dadurch entsteht über viele Kaufzeitpunkte ein durchschnittlicher Einstiegspreis, der das Markttiming irrelevant macht.

Das Kernprinzip in einem Satz: Weil immer derselbe Euro-Betrag investiert wird, werden bei günstigen Kursen mehr Anteile gekauft. Dadurch liegt der durchschnittliche Kaufpreis über Zeit unter dem arithmetischen Durchschnitt aller Kurse, zu denen eingekauft wurde.

Was der Effekt ist

  • Automatisches Investieren ohne Markttiming
  • Mehr Anteile bei niedrigen Kursen, weniger bei hohen
  • Glättung des Einstiegspreises über Zeit
  • Psychologische Entlastung bei Kursschwankungen

Was er nicht ist

  • Kein Rendite-Wunder gegenüber der Einmalanlage
  • Kein Verlustschutz bei schlechter Anlage
  • Kein Argument für schlechte ETFs oder Einzelwerte
  • Kein Ersatz für eine sinnvolle Anlagestrategie
RECHENBEISPIEL

Rechenbeispiel: 100 Euro pro Monat

Wie der Durchschnittskosteneffekt konkret wirkt

Eine Anlegerin investiert jeden Monat 100 Euro in denselben ETF. Der Kurs schwankt:

Monat 1
100 €
Kurs je Anteil
1,00 Anteile
für 100 Euro
Monat 2 ↓ KURS FÄLLT
50 €
Kurs je Anteil
2,00 Anteile
mehr Anteile bei niedrigem Kurs
Monat 3
100 €
Kurs je Anteil
1,00 Anteile
für 100 Euro
Gesamt investiert
300 €
Anteile gekauft
4 Anteile
Ø Kaufpreis
75 €
(statt arithmetisch 83,33 €)

Warum der Durchschnittspreis unter 83,33 Euro liegt

Der arithmetische Durchschnitt der drei Kurse (100 Euro, 50 Euro, 100 Euro) berechnet sich als (100 + 50 + 100) / 3 = 83,33 Euro. Der tatsächliche durchschnittliche Kaufpreis liegt aber bei 75 Euro, also 11 % darunter. Warum? Weil bei 50 Euro doppelt so viele Anteile gekauft wurden wie bei 100 Euro. Die günstige Phase wurde automatisch stärker gewichtet.

Mathematisch korrekt berechnet sich der Durchschnittskaufpreis beim Cost Averaging als harmonischer Mittelwert der Kurse, gewichtet nach dem investierten Betrag. Er liegt stets unterhalb des arithmetischen Durchschnitts, sofern Kurse schwanken. Das ist der Kern des Effekts.

Wichtige Einschränkung: Der Vorteil ist nur sichtbar, wenn Kurse während der Ansparphase schwanken oder zeitweise fallen und später wieder steigen. Steigen die Kurse von Anfang an kontinuierlich, wäre eine frühe Einmalanlage besser gewesen. Im Beispiel oben bleibt Monat 3 bei 100 Euro. Würde er bei 150 Euro enden, hätte die frühere Einmalanlage mehr gebracht.

VERGLEICH

Sparplan oder Einmalanlage: Was ist besser?

Die ehrliche Antwort, abhängig von Ihrer Situation

Diese Frage ist nur relevant, wenn bereits eine größere Geldsumme vorhanden ist, etwa aus einer Erbschaft, Abfindung, Bonuszahlung oder ausgezahlten Lebensversicherung. Wer monatlich aus dem Einkommen spart, hat diese Wahl ohnehin nicht.

KriteriumEinmalanlageSparplan / Cost-Average
Rendite (historisch)Oft besser (in ca. 2/3 aller Fälle)Oft schlechter, wenn Kapital vorhanden
Timing-RisikoHohes Risiko bei schlechtem ZeitpunktGeringer durch verteilte Käufe
Psychologische HürdeHoch für viele AnlegerNiedrig, automatisch
KapitaleffizienzKapital sofort voll investiertTeil des Kapitals bleibt zunächst unverzinst
Bei fallenden Kursen danachVerlust direkt spürbarGünstigeres Nachkaufen möglich
Bei steigenden Kursen danachVoller Gewinn sofortNur auf investierten Teil, Rest noch draußen
Monatlich aus EinkommenNicht möglich (Geld entsteht erst)Naturgemäß der richtige Weg

Wer eher zur Einmalanlage tendiert

  • Hat eine größere Summe verfügbar
  • Hat langen Anlagehorizont (mehr als 10 Jahre)
  • Kann Kursschwankungen emotional gut verkraften
  • Will die mathematisch wahrscheinlichere Rendite

Wer eher zum Sparplan tendiert

  • Investiert monatlich aus dem laufenden Einkommen
  • Hat Angst vor einem ungünstigen Einstiegszeitpunkt
  • Möchte Entscheidungslast automatisiert reduzieren
  • Bevorzugt die psychologisch durchhaltbare Strategie

Die pragmatische Faustregel: Wer Kapital verfügbar hat, kann eine Einmalanlage in Betracht ziehen. Wer sonst vor lauter Angst gar nicht investiert, sollte lieber in Tranchen oder per Sparplan einsteigen. Eine psychologisch durchhaltbare Strategie ist fast immer besser als eine theoretisch optimale, die nach dem ersten Kursrückgang abgebrochen wird. Das Sprichwort dazu lautet: „Time in the market beats timing the market."

ETF-Sparplan-Rechner

Berechnen Sie, wie Ihr Vermögen bei monatlichen Sparbeträgen über verschiedene Laufzeiten und Renditeerwartungen wächst.

Zum Rechner
PSYCHOLOGIE

Der vielleicht wichtigste Vorteil: Psychologie

Der Cost-Average-Effekt als Verhaltensinstrument für Anleger

Der wohl wertvollste Aspekt des Cost-Average-Effekts ist nicht mathematischer, sondern psychologischer Natur. Viele Anleger scheitern nicht an fehlendem Finanzwissen. Sie scheitern daran, dass sie zu lange auf den perfekten Einstieg warten, bei fallenden Kursen panisch reagieren oder nach starken Anstiegen doch noch kaufen, also emotional falsch entscheiden.

Automatisierung reduziert Fehler

Der Sparplan kauft unabhängig von Nachrichtenlage, Börsenstimmung und persönlichem Bauchgefühl. Es gibt keine monatliche Entscheidung: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? Das eliminiert eine der häufigsten Fehlerquellen privater Anleger.

Krisen werden erträglicher

Wer weiß, dass der Sparplan bei fallenden Kursen mehr Anteile kauft, nimmt Börsencrashs anders wahr. Aus „Mein Depot verliert Wert" wird zumindest teilweise „Ich kaufe günstiger nach." Das kann verhindern, dass Anleger aus Panik zum schlechtesten Zeitpunkt verkaufen.

Disziplin durch Gewohnheit

Regelmäßiges Investieren wird zur Routine, ähnlich wie eine monatliche Mietzahlung. Die Wahrscheinlichkeit, langfristig dabei zu bleiben, steigt deutlich. Gerade für Berufseinsteiger ist diese Automatisierung der Vermögensaufbau schlechthin.

Markttiming wird unnötig

Wer immer wieder versucht, den Markt zu timen, kauft erfahrungsgemäß bei Euphorie teuer und verkauft bei Angst günstig. Der Sparplan macht genau das Gegenteil: Er kauft unabhängig von Stimmung und Schlagzeilen.

Für viele Anleger gilt: Eine Strategie, die konsequent durchgehalten wird, schlägt fast immer eine theoretisch bessere Strategie, die beim nächsten Crash aufgegeben wird. Der Cost-Average-Effekt ist deshalb oft weniger ein Rendite-Argument als ein Verhaltensinstrument.

WANN HILFT ER AM MEISTEN

Wann wirkt der Cost-Average-Effekt besonders gut?

Marktphasen, in denen der Sparplan seine Stärken zeigt

Der Durchschnittskosteneffekt zeigt sein bestes Gesicht in Marktphasen mit starken Schwankungen oder Kursrückgängen, die sich später erholen. In solchen Phasen sammelt der Sparplan günstige Anteile an, die bei der Erholung überproportional profitieren.

Volatile Märkte und Seitwärtsphasen

Wenn Kurse über längere Zeit schwanken, aber keinen klaren Trend nach oben zeigen, kauft der Sparplan in schwachen Phasen mehr Anteile. Bricht der Markt dann nach oben aus, profitieren diese günstig erworbenen Positionen überproportional.

Bärenmärkte und Korrekturen

Für ETF-Sparer mit langem Zeithorizont kann eine längere Schwächephase sogar produktiv sein. Der Sparplan kauft kontinuierlich mehr Anteile auf niedrigerem Niveau. Kommt die Erholung, hat der Anleger mehr Anteile zu günstigeren Durchschnittspreisen angesammelt.

Monatliche Investitionen aus dem Einkommen

Wer nicht die Wahl zwischen Einmalanlage und Sparplan hat, weil das Geld Monat für Monat erst entsteht, nutzt den Cost-Average-Effekt automatisch sinnvoll. Die Frage stellt sich gar nicht, und der Effekt wirkt vollständig.

Einsteiger mit psychologischen Hürden

Für Anleger, die Angst vor einem schlechten Einstiegszeitpunkt haben und sonst gar nicht investieren würden, ist ein Sparplan die bessere Alternative. Wer gar nicht investiert, verliert mit Sicherheit gegenüber langfristigen Marktrenditen.

GRENZEN DES EFFEKTS

Wann enttäuscht der Cost-Average-Effekt?

Situationen, in denen der Effekt seine Grenzen zeigt

Dauerhaft steigende Märkte

Wenn ein ETF Monat für Monat teurer wird, kauft der Anleger kontinuierlich weniger Anteile. Wer zu Beginn eine Einmalanlage getätigt hätte, hätte alle Anteile günstiger und früher erworben. In langen Bullenmärkten schneidet die Einmalanlage besser ab.

Dauerhaft fallende Anlagen

Bei einem schlechten Unternehmen oder einem strukturell schwachen ETF kauft der Sparplan zwar immer mehr Stücke, aber die wachsende Stückzahl hilft nicht, wenn der Wert immer weiter fällt. Mehr Anteile einer schlechten Anlage sind keine Lösung.

Hohe Gebühren pro Ausführung

Wenn ein Broker 1,50 Euro pro Sparplanausführung berechnet und die Sparrate nur 25 Euro beträgt, sind das 6 % Kosten. Diese Gebühren fressen den Vorteil des Effekts auf. Günstige oder kostenlose Sparpläne sind Voraussetzung.

Sparplan in Krisenzeiten pausiert

Wer den Sparplan bei einem Börsenkrach aussetzt, verzichtet auf die günstigsten Kaufmonate. Das ist häufig der größte praktische Fehler: Das Aussetzen erfolgt genau dann, wenn der Effekt am stärksten wirken würde.

ANLAGEKLASSEN

Cost-Average-Effekt bei ETFs, Aktien und Krypto

Wie der Effekt je nach Anlageform zu bewerten ist

Bei ETFs: sinnvoll und empfehlenswert

Globale Aktien-ETFs (MSCI World, FTSE All-World, S&P 500) sind die klassische Anwendung des Cost-Average-Effekts. Sie sind breit gestreut, kostengünstig, sparplanfähig und haben historisch langfristig positive Renditen erzielt. Bei einem breit gestreuten Index ist die Annahme einer langfristigen Erholung nach Kursrückgängen deutlich plausibler als bei Einzelunternehmen.

Breit gestreut Kostengünstig Sparplanfähig ab 1 € Langfristig positiv

Bei Einzelaktien: mit Vorsicht

Bei Einzelaktien kann regelmäßiges Nachkaufen problematisch sein. Fallende Kurse können ein Zeichen von Stärke (vorübergehende Schwäche) oder von strukturellen Problemen (schlechtes Geschäftsmodell, Schulden, Marktanteilsverlust) sein. Der Cost-Average-Effekt kann Anleger in eine „Verbilligungsfalle" locken: Sie reden sich Kursrückgänge als günstige Kaufgelegenheit schön, obwohl die fundamentalen Aussichten schwach sind. Wer Einzelaktien bespart, braucht zusätzlich zur Sparplanlogik eine laufende Unternehmensanalyse.

Klumpenrisiko Unternehmensanalyse nötig Verbilligungsfalle möglich

Bei Krypto: funktioniert, löst aber strukturelle Risiken nicht

Dollar-Cost-Averaging ist auch bei Bitcoin oder Ethereum verbreitet. Rechnerisch funktioniert der Effekt. Er reduziert aber nur das Timing-Risiko, nicht das strukturelle Risiko von Kryptowährungen: hohe Volatilität, regulatorische Unsicherheit, Verwahrrisiken und mögliche Totalverluste einzelner Projekte. Wer Krypto in einen Sparplan aufnimmt, sollte dies nur mit einem sehr kleinen Anteil des Portfolios tun und als hochspekulative Beimischung verstehen.

Sehr hohe Volatilität Totalverlust möglich Nur als Beimischung
ETF-SPARPLAN-EMPFEHLUNG 2026

Trade Republic

ETF-Sparpläne bei Trade Republic ab 1 Euro Sparrate und ohne Ausführungsgebühren. Über 2.000 sparplanfähige ETFs. Kostenpunkt pro Order: 0 Euro. Das macht den Cost-Average-Effekt besonders gebührenschonend.

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  • Tagesgeld und Depot kombiniertCash auf dem Verrechnungskonto wird mit aktuell 2,25 % p. a. verzinst.
ALTERNATIVE: GIROKONTO + DEPOT + SPARPLAN

Consorsbank

Girokonto kostenlos unter 31 Jahren oder ab 700 Euro Geldeingang, dazu kostenloses Depot, mehr als 1.700 ETF-Sparpläne dauerhaft ohne Sparplangebühr ab 10 Euro Sparrate. Außerdem vier flexible Ausführungstermine pro Monat und aktuell bis zu 3,40 % p. a. Tagesgeld für 5 Monate.

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  • Depot kostenlos, Neukunden 0,95 Euro je Order über Tradegate für den Eröffnungsmonat + 12 Monate
  • Mindestsparrate 10 Euro, Ausführung am 1., 7., 15. oder 23. des Monats
HÄUFIGE MISSVERSTÄNDNISSE

Typische Fehlannahmen über den Cost-Average-Effekt

Was der Effekt verspricht und was er hält

Mythos 1

„Mit dem Cost-Average-Effekt kaufe ich immer günstiger."

Realität: Anleger kaufen mal günstig, mal teuer. Der Effekt sorgt nur dafür, dass bei niedrigen Kursen mehr Anteile erworben werden. Der Einstiegspreis wird geglättet, nicht optimiert.

Mythos 2

„Ein Sparplan schlägt immer die Einmalanlage."

Realität: Historisch hat die Einmalanlage in ca. zwei Dritteln aller Fälle besser abgeschnitten, weil das Kapital früher und länger investiert ist. Der Sparplan kann aber das Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts reduzieren.

Mythos 3

„Der Cost-Average-Effekt schützt vor Verlusten."

Realität: Das Depot kann trotz Sparplan über längere Zeit im Minus stehen. Der Effekt reduziert nur das Timing-Risiko. Er schützt nicht vor einer dauerhaft schlechten Anlage oder einem anhaltenden Bärenmarkt.

Mythos 4

„Der Effekt funktioniert bei jeder Anlage gleich gut."

Realität: Rechnerisch entsteht er überall, wo regelmäßig feste Beträge investiert werden. Sinnvoll ist er aber nur bei Anlagen, die langfristig positive Rendite erwarten lassen. Bei schlechten Einzelwerten kann regelmäßiges Nachkaufen die Verluste sogar vergrößern.

Mythos 5

„Sparplan in Krisen pausieren, um Verluste zu vermeiden."

Realität: Gerade Krisenzeiten sind für den Cost-Average-Effekt die wertvollsten Phasen. Der Sparplan kauft bei niedrigen Kursen mehr Anteile. Wer pausiert, verzichtet genau auf die Käufe, die bei der späteren Erholung am meisten profitieren. Disziplin in Krisen ist der wichtigste Hebel.

Kosten, Steuern und praktische Hinweise

Gebühren können den Cost-Average-Effekt erheblich mindern. Wer 1,50 Euro Ordergebühr bei einer Sparrate von 25 Euro zahlt, verliert sofort 6 % durch Kosten. Der Effekt des günstigeren Durchschnittskaufpreises muss diese Gebühr erst überkompensieren.

Relevante Kostenarten

  • Ordergebühren je Sparplanausführung
  • Laufende Kosten des ETFs (TER, z. B. 0,07 bis 0,50 % p. a.)
  • Depotgebühren
  • Spreads beim Kauf (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis)

Steuerliche Hinweise

Der Cost-Average-Effekt ist keine Steuerstrategie. Gewinne aus ETF-Anteilen unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer (25 % + Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer). Aktien-ETFs erhalten eine Teilfreistellung von 30 %, was den effektiven Steuersatz auf rund 18,46 % senkt.

Der Sparerpauschbetrag liegt 2026 bei 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare). Erträge bis zu diesem Betrag bleiben steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag beim Broker eingerichtet ist.

FIFO-Prinzip beim Verkauf: Bei ETF-Anteilen gilt in Deutschland das FIFO-Prinzip (First In, First Out). Die zuerst gekauften Anteile gelten beim Verkauf als zuerst veräußert. Wer viele Kaufzeitpunkte hat (typisch für Sparpläne), sollte das beim Verkaufsplanung berücksichtigen.

HÄUFIGE FRAGEN

Cost-Average-Effekt: häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten kompakt erklärt.

Wie berechne ich den Cost-Average-Effekt?

Den durchschnittlichen Kaufpreis berechnen Sie so: Gesamtes investiertes Kapital geteilt durch die Gesamtzahl der gekauften Anteile. Wenn Sie in drei Monaten je 100 Euro investiert haben und dabei 1, 2 und 1 Anteile gekauft haben, ergibt sich: 300 Euro / 4 Anteile = 75 Euro durchschnittlicher Kaufpreis.

Der so berechnete Durchschnittspreis liegt beim Cost Averaging stets unterhalb des arithmetischen Mittelwerts der Kaufkurse, solange Kurse schwanken.

Wie viel Sparrate ist sinnvoll?

Die Höhe der Sparrate beeinflusst nicht den Mechanismus des Effekts, aber erheblich den Vermögensaufbau. Ob 50, 100, 250 oder 1.000 Euro, das Prinzip ist dasselbe. Was den langfristigen Unterschied macht: früher Start, lange Laufzeit, ausreichende Sparrate, breit gestreute Anlage und niedrige Kosten.

Bei sehr kleinen Sparraten (unter 25 Euro) sollten Sie auf kostenlose oder sehr günstige Sparpläne achten, damit fixe Gebühren den Effekt nicht aufzehren.

Soll ich monatlich oder quartalsweise besparen?

Monatliche Sparpläne sind für die meisten Anleger praktisch, weil Gehalt und Ausgaben monatlich anfallen. Der Cost-Average-Effekt wirkt mit mehr Kaufzeitpunkten theoretisch etwas stärker, der Unterschied zu quartalsweisem Sparen ist aber in der Praxis gering.

Wenn Sparplangebühren anfallen, kann seltenerere Ausführung (z. B. quartalsweise) Kosten sparen. Bei kostenlosen Sparplänen wie Trade Republic ist die monatliche Ausführung vorzuziehen.

Was ist der Unterschied zwischen Cost-Average-Effekt und Zinseszinseffekt?

Der Cost-Average-Effekt betrifft den durchschnittlichen Einstiegspreis bei regelmäßigen Käufen: Wann und zu welchem Kurs werden Anteile erworben.

Der Zinseszinseffekt betrifft das Wachstum des investierten Kapitals: Erträge werden reinvestiert und erwirtschaften ihrerseits wieder Erträge. Bei einem thesaurierenden ETF-Sparplan können beide Effekte gleichzeitig wirken, sind aber konzeptionell zu trennen. Für den Vermögensaufbau ist der Zinseszinseffekt über lange Zeiträume der mächtigere der beiden.

Soll ich den Sparplan bei einem Börsencrash pausieren?

Nein. Das ist einer der größten praktischen Fehler. Gerade während eines Crashs kauft der Sparplan die meisten Anteile zu den günstigsten Kursen. Wer in dieser Phase pausiert, verzichtet auf die wertvollsten Kaufzeitpunkte. Wenn die Märkte sich erholen, fehlen genau diese günstig erworbenen Anteile im Depot. Disziplin in Krisen ist der entscheidende Hebel beim Cost Averaging.

Funktioniert der Cost-Average-Effekt auch bei Fonds oder nur bei ETFs?

Der Effekt funktioniert grundsätzlich bei jeder Anlage, bei der regelmäßig ein fester Betrag investiert wird, also auch bei klassischen aktiv gemanagten Investmentfonds oder Aktienfonds.

Der Unterschied liegt bei den Kosten: Klassische aktiv gemanagte Fonds haben oft höhere laufende Kosten (TER) und Ausgabeaufschläge von 2 bis 5 %. Das frisst einen wesentlichen Teil der Vorteile auf. Kostengünstige ETFs mit TERs von 0,07 bis 0,25 % lassen den Cost-Average-Effekt deutlich effizienter wirken.

Welcher ETF eignet sich für einen Cost-Average-Sparplan?

Für einen langfristigen ETF-Sparplan empfiehlt sich ein breit gestreuter globaler Aktien-ETF, z. B. auf den MSCI World (ca. 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern), den FTSE All-World (ca. 3.500 Unternehmen inkl. Schwellenländer) oder den S&P 500 (500 US-Großunternehmen).

Entscheidend sind niedrige laufende Kosten (TER unter 0,25 % für globale ETFs), ein ausreichend großes Fondsvolumen und die Sparplanfähigkeit beim gewählten Broker. Thesaurierende ETFs sind für den Vermögensaufbau meist vorzuziehen, weil Erträge automatisch reinvestiert werden.

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Risikohinweis: Geldanlagen in ETFs, Fonds oder Aktien sind mit Risiken verbunden. Der Wert von Investitionen kann steigen oder fallen. Vergangene Kursentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Dieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie für individuelle Anlageentscheidungen einen zugelassenen Finanzberater.