🛡️ Betrugsschutz 2026
12 Min. Lesezeit Aktualisiert: Januar 2026

Phishing erkennen & vermeiden

So schützen Sie sich vor gefälschten E-Mails, SMS und Webseiten

Phishing ist eine der größten Bedrohungen beim Online-Banking. Betrüger versuchen mit gefälschten E-Mails, SMS oder Webseiten an Ihre Zugangsdaten zu gelangen. In diesem Ratgeber lernen Sie, wie Sie Phishing-Angriffe sicher erkennen, welche Warnsignale es gibt und wie Sie sich effektiv schützen.

Phishing auf einen Blick

80%

aller Cyberangriffe

5 Sek.

Durchschnittliche Erkennungszeit

3,5 Mrd.

Phishing-Mails täglich weltweit

99%

Erfolgsrate bei Aufmerksamkeit

Ringo Dühmke
Beitrag von:
Ringo Dühmke
Finanzredakteur & IT-Sicherheitsexperte

Warum Phishing so gefährlich ist

Phishing ist die häufigste Betrugsmasche im Internet. Kriminelle geben sich als vertrauenswürdige Absender aus – etwa als Ihre Bank, PayPal, Amazon oder DHL – und versuchen, Sie zur Preisgabe Ihrer Zugangsdaten zu verleiten. Die Folgen können verheerend sein: geplünderte Konten, gestohlene Identitäten und hohe finanzielle Schäden.

Täuschend echt

Phishing-Mails sehen oft 1:1 wie echte Bank-E-Mails aus

Zeitdruck erzeugen

Angeblich müssen Sie "sofort handeln" oder Ihr Konto wird gesperrt

Gefälschte Links

Links führen auf gefälschte Webseiten, die Ihre Daten abfangen

🚨 Aktuelle Warnung:

Derzeit sind besonders viele gefälschte E-Mails im Namen von Sparkassen, Volksbanken und der DKB im Umlauf. Die Betrüger werden immer professioneller – selbst IT-Experten können manchmal kaum Unterschiede erkennen!

1. Was ist Phishing? So funktionieren die Angriffe

Die häufigsten Phishing-Methoden und wie Betrüger vorgehen

Phishing einfach erklärt

Der Begriff "Phishing" setzt sich aus "Password" und "Fishing" (Angeln) zusammen. Betrüger "angeln" nach Ihren Passwörtern und sensiblen Daten. Die gängigste Methode: Sie erhalten eine E-Mail oder SMS, die scheinbar von Ihrer Bank, einem Online-Shop oder einem Paketdienst stammt. Diese Nachricht fordert Sie auf, dringend auf einen Link zu klicken und Ihre Zugangsdaten einzugeben – angeblich, um Ihr Konto zu verifizieren, eine Zahlung zu bestätigen oder eine Sperre zu verhindern.

So läuft ein typischer Phishing-Angriff ab:

1

Gefälschte Mail

Sie erhalten eine E-Mail/SMS

2

Dringlichkeit

Zeitdruck wird erzeugt

3

Falscher Link

Führt auf Fake-Webseite

4

Dateneingabe

Sie geben Zugangsdaten ein

Datenmissbrauch

Betrüger haben Zugriff

Die 5 häufigsten Phishing-Arten

E-Mail-Phishing

Sehr häufig

Die klassische Methode: Gefälschte E-Mails, die angeblich von Ihrer Bank, PayPal, Amazon oder anderen Diensten stammen.

Typischer Betreff:

"⚠️ Wichtig: Ihre Sparkasse - Sicherheitsüberprüfung erforderlich"

Inhalt: "Sehr geehrter Kunde, aus Sicherheitsgründen müssen Sie Ihr Konto innerhalb von 24 Stunden verifizieren. Andernfalls wird Ihr Online-Banking gesperrt. Klicken Sie hier: [LINK]"

⚠️ Warnsignale: Zeitdruck, unpersönliche Anrede, Drohung mit Kontosperrung, Link zu externer Seite

SMS-Phishing (Smishing)

Stark zunehmend

Phishing per SMS – oft getarnt als Paketbenachrichtigung (DHL, DPD) oder Banknachricht mit Link zur "Paketverfolgung" oder "Kontoverifizierung".

Typische SMS:

"DHL: Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Bitte aktualisieren Sie Ihre Adresse: dhl-zustellung[.]com/paket123"

⚠️ Warnsignale: Link in SMS, unerwartete Paketbenachrichtigung, verdächtige Domain (nicht dhl.de!)

Voice-Phishing (Vishing)

Betrüger rufen Sie an und geben sich als Bankmitarbeiter, Microsoft-Support oder Polizei aus. Sie fordern Zugangsdaten oder TAN-Nummern.

Typisches Szenario:

"Guten Tag, hier ist die Sicherheitsabteilung Ihrer Bank. Wir haben verdächtige Aktivitäten auf Ihrem Konto festgestellt. Zur Verifizierung benötigen wir..."

🛡️ Merke: Ihre Bank wird Sie NIE nach Zugangsdaten, PINs oder TANs fragen – weder per Mail, SMS noch telefonisch!

Spear-Phishing

Gezielt

Hochpersonalisierte Angriffe auf bestimmte Personen oder Unternehmen. Die Betrüger haben vorher Informationen über Sie gesammelt (z.B. über Social Media).

Beispiel: "Hallo Herr Müller, ich habe gesehen, dass Sie bei der Sparkasse München Kunde sind. Im Zusammenhang mit Ihrer letzten Überweisung nach Berlin gibt es ein Problem..."

💡 Gefahr: Durch persönliche Details wirkt die Mail vertrauenswürdiger und täuscht eher!

Gefälschte Webseiten

Nachgebaute Login-Seiten, die 1:1 wie Ihre echte Bank-Webseite aussehen. Die URL ist aber minimal anders (z.B. sparkasse-sicherheit.com statt sparkasse.de).

✅ Echte URL:

https://sparkasse.de

❌ Gefälschte URLs:

https://sparkasse-online.com

https://sparkasse.de.secure.xyz

https://sp4rkasse.de

⚠️ Wichtig zu wissen:

Phishing-Angriffe werden immer raffinierter. Moderne Betrüger verwenden echte Logos, korrekte Rechtschreibung und sogar SSL-Verschlüsselung (https://) auf ihren Fake-Seiten. Sie können sich NICHT mehr darauf verlassen, dass Phishing-Mails "unprofessionell" aussehen!

2. Phishing-Mails & SMS erkennen: 10 Warnsignale

Diese Merkmale entlarven Phishing-Versuche

Kein Phishing-Versuch ist perfekt. Es gibt fast immer Warnsignale, die Sie erkennen können – wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Hier sind die 10 wichtigsten Merkmale, an denen Sie Phishing-Nachrichten entlarven:

Die 10 wichtigsten Warnsignale

1

Unpersönliche Anrede

Echte Banken sprechen Sie immer mit Ihrem Namen an. Phishing-Mails verwenden: "Sehr geehrter Kunde", "Sehr geehrte Damen und Herren" oder "Lieber Nutzer".

❌ Verdächtig: "Sehr geehrter Kunde"

✅ Echt: "Sehr geehrte Frau Müller" oder "Guten Tag, Max Mustermann"

2

Zeitdruck & Drohungen

Phishing-Mails erzeugen künstliche Dringlichkeit: "Sofort handeln!", "Ihr Konto wird in 24h gesperrt!", "Letzte Warnung!"

🚨 Typische Formulierungen: "Sofortige Verifizierung erforderlich", "Handeln Sie jetzt", "Letzte Mahnung", "Konto wird gesperrt"

3

Verdächtige Absender-Adresse

Die E-Mail-Adresse ähnelt der echten, ist aber leicht verändert oder kommt von einem Freemail-Anbieter.

❌ Verdächtig:

• service@sparkasse-online.com

• info.sparkasse@gmail.com

• no-reply@sparkasse.de.secure.info

✅ Echt:

• service@sparkasse.de

4

Aufforderung zu Klicks oder Dateneingabe

Sie sollen auf einen Link klicken, Daten eingeben, Anhänge öffnen oder Software herunterladen.

🛑 Echte Banken verlangen NIEMALS: PIN, Passwörter, TANs, vollständige Kreditkartennummern per E-Mail oder Link-Klick zur "Verifizierung"

5

Verdächtige Links

Der angezeigte Link-Text unterscheidet sich von der tatsächlichen URL. Fahren Sie mit der Maus über den Link (nicht klicken!), um die echte Adresse zu sehen.

Beispiel:

Angezeigt: "www.sparkasse.de/login"

Echter Link: "www.sparkasse-secure.xyz/login"

6

Rechtschreib- und Grammatikfehler

Viele Phishing-Mails enthalten Fehler, da sie mit Übersetzungsprogrammen erstellt oder aus dem Ausland verschickt werden.

"Sehr geehrter Kundin, bitte Sie müssen unverzüglich die Konto bestätigung durchführen..."

7

Unerwartete E-Mails

Sie haben gar nichts bestellt, keine Rechnung erwartet oder kein Paket verschickt – und erhalten trotzdem eine entsprechende Nachricht?

💡 Fragen Sie sich: Habe ich diese Aktion wirklich ausgelöst? Erwarte ich diese E-Mail?

8

Anhänge mit verdächtigen Dateinamen

E-Mail-Anhänge mit Endungen wie .exe, .zip, .bat, .js oder mehrfachen Endungen (z.B. "rechnung.pdf.exe") sind höchst verdächtig.

🚫 NIEMALS öffnen: Unbekannte .exe-, .zip- oder .js-Dateien – diese können Schadsoftware enthalten!

9

Allgemeine Sicherheitswarnungen

Die Mail behauptet, Ihr Konto sei gefährdet, es gebe "verdächtige Aktivitäten" oder Sie müssten "aus Sicherheitsgründen Ihre Daten aktualisieren".

🛡️ Wichtig: Banken informieren Sie über ECHTE Sicherheitsprobleme anders – meist per Brief oder in der Banking-App!

10

Gefühl: "Irgendetwas stimmt nicht"

Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl! Wenn Ihnen eine E-Mail seltsam vorkommt oder "zu gut um wahr zu sein" klingt, ist sie wahrscheinlich eine Fälschung.

👍 Besser: Im Zweifelsfall nicht klicken und die Bank direkt über die offizielle Telefonnummer kontaktieren!

Schnell-Check: Ist diese E-Mail Phishing?

Stellen Sie sich diese Fragen:

Auswertung:

Alle ✓: Wahrscheinlich echt – aber im Zweifelsfall trotzdem bei der Bank nachfragen!

Mind. 1x ✗: Verdächtig – nicht klicken und Mail löschen!

✅ Die goldene Regel:

Wenn Sie auch nur den GERINGSTEN Zweifel haben, klicken Sie nicht auf Links oder Anhänge! Rufen Sie stattdessen direkt bei Ihrer Bank an (Nummer von der offiziellen Webseite oder Ihrer EC-Karte) oder loggen Sie sich manuell über die Bank-App/Webseite ein.

3. Was tun bei Phishing? Sofortmaßnahmen & Schutz

So reagieren Sie richtig und schützen sich effektiv

Sofortmaßnahmen: Sie sind auf Phishing hereingefallen?

Keine Panik! Wenn Sie auf einen Phishing-Link geklickt oder Daten eingegeben haben, zählt jetzt jede Minute. Befolgen Sie diese Schritte SOFORT:

1

SOFORT: Online-Banking sperren

Rufen Sie UMGEHEND den Sperr-Notruf an: 116 116 (aus Deutschland) oder +49 116 116 (aus dem Ausland). Dieser Dienst ist 24/7 erreichbar und sperrt Ihr Online-Banking sofort.

Alternativ: Kontaktieren Sie direkt Ihre Bank

• Sparkasse: 0711 / 782-0

• Volksbank: 0228 / 5998-0

• DKB: 030 / 120 300 00

• ING: 069 / 50 500 105

2

Passwörter ändern

Ändern Sie von einem SICHEREN Gerät aus alle Passwörter – nicht nur für das Online-Banking, sondern auch für E-Mail, PayPal, Amazon etc. falls Sie überall dasselbe Passwort verwendet haben.

⚠️ Wichtig: Nutzen Sie dafür NICHT das Gerät, auf dem Sie die Phishing-Seite besucht haben – es könnte infiziert sein!

3

Kontobewegungen prüfen

Überprüfen Sie sofort alle Kontobewegungen auf verdächtige Abbuchungen. Falls bereits Geld abgebucht wurde, dokumentieren Sie dies mit Screenshots.

4

Anzeige bei der Polizei erstatten

Erstatten Sie Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizei oder online bei der Internetwache Ihres Bundeslandes. Bewahren Sie alle Beweise auf (E-Mails, Screenshots, URLs).

5

Computer auf Viren scannen

Führen Sie einen vollständigen Virenscan mit einem aktuellen Antivirenprogramm durch. Eventuell ist Schadsoftware (Trojaner) auf Ihrem Computer installiert worden.

💡 Empfehlung: Kostenlose Tools wie Windows Defender, Malwarebytes oder Avira können helfen.

Präventiver Schutz: So bleiben Sie sicher

Starke Passwörter nutzen

  • ✓ Mindestens 12 Zeichen lang
  • ✓ Groß- & Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen
  • ✓ Für jeden Dienst ein eigenes Passwort
  • ✓ Passwort-Manager verwenden (z.B. 1Password, Bitwarden)

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Aktivieren Sie 2FA überall, wo möglich – besonders fürs Online-Banking! Selbst wenn jemand Ihr Passwort hat, kommt er ohne den zweiten Faktor (z.B. SMS-Code, App-TAN) nicht rein.

Aktuelle Software & Virenschutz

  • ✓ Betriebssystem immer aktualisieren
  • ✓ Browser auf dem neuesten Stand halten
  • ✓ Antivirenprogramm installiert & aktuell
  • ✓ Automatische Updates aktivieren

Immer skeptisch bleiben

  • ✓ URLs vor dem Klicken überprüfen
  • ✓ Niemals Zugangsdaten per E-Mail versenden
  • ✓ Bei Zweifeln direkt die Bank anrufen
  • ✓ Keine Anhänge von unbekannten Absendern öffnen

Banking-Sicherheits-Checkliste

Wichtige Kontakte im Notfall

Dienst Telefon Verfügbarkeit
Sperr-Notruf (alle Banken) 116 116 24/7
Sparkasse 0711 / 782-0 24/7
Volksbank 0228 / 5998-0 Mo-Fr 8-18 Uhr
DKB 030 / 120 300 00 24/7
ING 069 / 50 500 105 Mo-So 7:30-22 Uhr
Verbraucherzentrale 0211 / 3809-0 Mo-Fr 9-18 Uhr

✅ Das Wichtigste in Kürze:

  • Prävention ist alles: Seien Sie skeptisch bei unerwarteten E-Mails und SMS
  • Nie unter Druck setzen lassen: Echte Banken erzeugen keinen künstlichen Zeitdruck
  • Im Zweifel direkt anrufen: Kontaktieren Sie Ihre Bank über die offizielle Nummer
  • Schnell handeln bei Betrug: 116 116 anrufen und Online-Banking sofort sperren
  • 2FA ist Pflicht: Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung überall!
🛡️

Bleiben Sie wachsam und geschützt!

Mit diesem Wissen erkennen Sie Phishing-Versuche zuverlässig und schützen Ihre Finanzen