Konto und Karte im Alltag richtig schützen
So schützen Sie sich vor Skimming, Phishing und Betrug – einfach erklärt, Schritt für Schritt
Betrüger werden immer raffinierter – besonders Senioren geraten ins Visier. Jährlich verlieren Deutsche über 100 Millionen Euro durch Kartenbetrug und Phishing. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen die 3 wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen, mit denen Sie Ihr Konto und Ihre Karte zuverlässig schützen können.
Das Wichtigste auf einen Blick
Skimming erkennen
Manipulierte Geldautomaten aufspüren – bevor Ihre Kartendaten gestohlen werden
Phishing durchschauen
Gefälschte E-Mails und SMS von echten Bankbenachrichtigungen unterscheiden
PIN sicher handhaben
Die richtige Aufbewahrung und den sicheren Umgang mit Ihrer Geheimzahl lernen
Inhaltsverzeichnis
Warum sind Senioren besonders gefährdet?
Verstehen Sie die Tricks der Betrüger – und wie Sie sich schützen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Laut Bundeskriminalamt (BKA) entsteht jährlich ein Schaden von über 100 Millionen Euro durch Kartenbetrug in Deutschland. Besonders betroffen: Senioren ab 65 Jahren. Warum?
🎯 Betrüger zielen gezielt auf Senioren
- • Vertrauen: Senioren sind oft höflicher und vertrauensvoller
- • Ersparnisse: Höheres Guthaben auf Konten
- • Weniger digital-erfahren: Neue Betrugsmaschen sind unbekannt
- • Zeitdruck: Betrüger setzen emotional unter Druck
📊 Häufigste Betrugsarten 2026
- • Phishing (43%): Gefälschte E-Mails/SMS
- • Skimming (28%): Manipulierte Geldautomaten
- • Enkeltrick 2.0 (15%): Telefonbetrug mit Notlage
- • Falsche Bankmitarbeiter (14%): Anrufe mit PIN-Abfrage
⚠️ Erschreckende Realität:
Im Jahr 2025 wurden allein in Deutschland über 50.000 Fälle von Kartenbetrug registriert – die Dunkelziffer ist deutlich höher. Durchschnittlicher Schaden pro Fall: 2.100€. Viele Opfer: Rentner zwischen 65 und 80 Jahren.
Die gute Nachricht: Schutz ist einfach!
Die meisten Betrugsfälle lassen sich mit drei einfachen Sicherheitsmaßnahmen verhindern. Sie brauchen kein technisches Wissen – nur ein paar klare Regeln, die Sie im Alltag beachten.
✅ Das lernen Sie in diesem Ratgeber:
- • Wie Sie manipulierte Geldautomaten sofort erkennen
- • Wie Sie Phishing-E-Mails von echten Bankmails unterscheiden
- • Wie Sie Ihre PIN sicher aufbewahren – ohne sie zu vergessen
- • Was Sie im Betrugsfall sofort tun müssen
Schutz 1: Skimming am Geldautomaten erkennen
So schützen Sie Ihre Karte vor Datendiebstahl am Automaten
Was ist Skimming?
Skimming (englisch: "absahnen") ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle Ihre Kartendaten am Geldautomaten kopieren. Sie bauen ein Lesegerät über den echten Kartenschlitz – so unscheinbar, dass Sie es kaum bemerken. Zusätzlich installieren sie eine Miniatur-Kamera oder eine falsche Tastatur, um Ihre PIN auszuspähen.
So funktioniert Skimming
Die unsichtbare Gefahr am Geldautomaten
Manipulierter Kartenschlitz
Betrüger kleben ein Lesegerät über den echten Schlitz – kopiert Ihre Kartendaten beim Einstecken
Versteckte Kamera oder Tastatur-Aufsatz
Miniatur-Kamera über der Tastatur oder gefälschte Tasten filmen Ihre PIN beim Eintippen
Datenübertragung & Kartenkopie
Betrüger kommen nachts zurück, holen die Geräte ab und erstellen mit Ihren Daten eine Kartenkopie
Kontenraub
Mit der Kartenkopie und Ihrer PIN räumen sie Ihr Konto leer – oft im Ausland, wo es schwer nachverfolgbar ist
💡 Sie merken nichts – bis das Konto leer ist!
Durchschnittlicher Schaden: 1.500-3.000€ pro Opfer
So erkennen Sie manipulierte Geldautomaten
1. Prüfen Sie den Kartenschlitz
Woran Sie Manipulationen erkennen:
- Wackelt etwas? Berühren Sie vorsichtig den Kartenschlitz – seriöse Schlitze sind fest verbaut
- Anderes Material? Fühlt sich der Schlitz anders an als der Rest des Automaten? (z.B. Plastik statt Metall)
- Verfärbungen/Klebeband? Sehen Sie Klebereste oder einen Farbunterschied?
- Zu groß? Wirkt der Kartenschlitz aufgesetzt oder dicker als normal?
✅ Tipp: Vergleichen Sie den Automaten mit einem anderen in der Nähe – Unterschiede fallen so schneller auf!
2. Kontrollieren Sie die Tastatur
Achten Sie auf diese Warnsignale:
- Aufgesetzte Tastatur: Liegt eine zweite Tastatur über der echten? (Fühlt sich "doppelt" an)
- Wackelige Tasten: Lassen sich Tasten bewegen oder abheben?
- Andere Farbe/Material: Sieht die Tastatur anders aus als der Rest?
3. Suchen Sie nach versteckten Kameras
Typische Verstecke:
- Über der Tastatur: Kleine Linse in Prospekthaltern, Lautsprechern oder Lampen
- Seitlich am Automaten: Kleine Löcher oder ungewöhnliche Aufbauten
- Verdächtige Reflexionen: Glänzende Punkte, die wie Linsen aussehen
⚠️ Wichtig: Moderne Kameras sind winzig (Streichholzkopf-Größe) – im Zweifel lieber einen anderen Automaten nutzen!
Die 7 goldenen Regeln gegen Skimming
🛡️ Ihre Skimming-Schutz-Checkliste:
1. Automaten in Bankfilialen bevorzugen
Diese werden überwacht und regelmäßig kontrolliert – Skimming ist hier sehr selten
2. Vor jedem Abheben: Kartenschlitz & Tastatur berühren
Wackelt etwas? Fühlt sich etwas lose an? → Anderen Automaten nutzen!
3. PIN IMMER mit der Hand abdecken
Legen Sie Ihre freie Hand über die Tastatur beim Eintippen – so ist keine Kamera nutzbar
4. Nachts und an einsamen Orten vermeiden
Skimming-Geräte werden oft nachts installiert – lieber tagsüber in belebten Bereichen abheben
5. Kontobewegungen wöchentlich prüfen
Online-Banking oder Kontoauszüge checken – unbekannte Abbuchungen sofort melden!
6. Bei Verdacht: Bank sofort informieren
Haben Sie etwas Verdächtiges gesehen? Karte sperren lassen: 116 116
7. Kontaktlos bezahlen bevorzugen
Beim kontaktlosen Zahlen wird die Karte nicht eingesteckt – kein Skimming-Risiko!
Schutz 2: Phishing-Angriffe durchschauen
Gefälschte E-Mails und SMS erkennen – bevor Sie auf den Trick hereinfallen
Was ist Phishing?
Phishing (von "fishing" = angeln) ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle sich als Ihre Bank ausgeben. Sie schicken Ihnen gefälschte E-Mails, SMS oder WhatsApp-Nachrichten, die aussehen wie echte Bankmitteilungen. Ziel: Sie sollen auf einen Link klicken und Ihre Zugangsdaten (PIN, TAN, Passwort) eingeben – die Betrüger fangen diese dann ab.
⚠️ Aktuelle Maschen 2026:
- • "Konto gesperrt – jetzt bestätigen!" (Dringlichkeit vortäuschen)
- • "Verdächtige Abbuchung erkannt" (Angst erzeugen)
- • "Neue EU-Richtlinie – Daten aktualisieren" (Seriosität vortäuschen)
- • "Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden" (DHL/Amazon/Hermes gefälscht)
Beispiel einer Phishing-E-Mail
So sieht eine gefälschte Bank-Mail aus
Erkennen Sie die Warnsignale?
Von: Sparkasse Kundenservice <service@sparkasse-sicherheit.info>
Betreff: ⚠️ WICHTIG: Ihr Konto wurde gesperrt!
An: Sie
Sehr geehrter Kunde,
aufgrund verdächtiger Aktivitäten haben wir Ihr Konto vorsorglich GESPERRT.
Um die Sperrung aufzuheben, bestätigen Sie bitte innerhalb von 24 Stunden Ihre Identität:
→ Jetzt Konto entsperrenFalls Sie nicht reagieren, wird Ihr Konto dauerhaft geschlossen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Sparkassen-Team
Warnsignal 1: Falsche Absender-Adresse
"sparkasse-sicherheit.info" ist NICHT die echte Sparkasse! Echte Adressen enden auf @sparkasse.de
Warnsignal 2: Zeitdruck & Drohung
"24 Stunden" + "dauerhaft geschlossen" = Klassischer Trick, um Sie zu übereilten Handlungen zu drängen
Warnsignal 3: Unpersönliche Anrede
"Sehr geehrter Kunde" statt Ihres Namens – echte Banken kennen Ihren Namen!
Warnsignal 4: Link zur "Bestätigung"
Der Link führt zu einer gefälschten Website – dort sollen Sie PIN/Passwort eingeben (NIE machen!)
Die 5 wichtigsten Erkennungsmerkmale
Absender-Adresse prüfen
❌ Gefälscht:
- • sparkasse-sicherheit.info
- • info@dkb-service.com
- • kundenservice-ing.de
- • postbank-verifizierung.net
✅ Echt:
- • @sparkasse.de
- • @dkb.de
- • @ing.de
- • @postbank.de
💡 Tipp: Klicken Sie auf den Absendernamen – dann sehen Sie die echte E-Mail-Adresse!
Unpersönliche Anrede = Alarmzeichen
Ihre Bank kennt Ihren Namen und spricht Sie persönlich an:
Dringlichkeit & Drohungen
Phishing-Mails setzen unter Druck:
- • "Handeln Sie JETZT – sonst Kontosperrung!"
- • "Nur noch 24 Stunden Zeit!"
- • "Sofortiges Handeln erforderlich!"
- • "Letzter Aufruf – Konto wird geschlossen!"
→ Echte Banken setzen Sie NIEMALS unter Zeitdruck!
Links niemals anklicken!
Phishing-Links erkennen:
- • Fahren Sie mit der Maus über den Link (NICHT klicken!)
- • Unten links im Browser erscheint die echte Ziel-Adresse
- • Stimmt diese NICHT mit der Bank überein? → Phishing!
Beispiel – Link sagt:
"www.sparkasse.de/sicherheit"
Echter Link führt zu:
"www.sparkasse-phishing.ru/login"
→ Betrug! Niemals anklicken!
Rechtschreibfehler & schlechtes Deutsch
Typische Fehler in Phishing-Mails:
- • "Ihr Konto ist gesperrt worden" (korrektes Deutsch, aber unnatürlich)
- • "Bitte Sie bestätigen Ihre Daten" (falsche Grammatik)
- • "Klicken hier für Entsperrung" (fehlende Wörter)
- • Viele Rechtschreibfehler und seltsame Formulierungen
→ Professionelle Banken haben keine Rechtschreibfehler!
Die goldene Anti-Phishing-Regel
Die wichtigste Regel überhaupt:
Banken fragen NIEMALS per E-Mail, SMS oder Telefon nach:
- ❌ Ihrer PIN
- ❌ Ihren TANs
- ❌ Ihrem Online-Banking-Passwort
- ❌ Vollständigen Kartendaten
Wer das trotzdem tut, ist zu 100% ein Betrüger!
✅ Was tun bei verdächtigen Mails?
- NICHT auf Links klicken
- NICHT auf die Mail antworten
- Bank direkt anrufen (Nummer von Ihrer Bankkarte, NICHT aus der Mail!)
- Mail löschen oder als Spam markieren
- Falls Sie bereits geklickt haben: Sofort Karte sperren! Tel: 116 116
Schutz 3: PIN richtig schützen und aufbewahren
Ihre PIN ist der Schlüssel zu Ihrem Geld – so bewahren Sie sie sicher auf
Warum ist die PIN so wichtig?
Ihre PIN (Persönliche Identifikationsnummer) ist wie der Haustürschlüssel zu Ihrem Bankkonto. Wer Ihre Karte UND Ihre PIN hat, kann unbegrenzt Geld abheben – ohne dass die Bank Sie fragt. Deshalb ist der sichere Umgang mit der PIN die wichtigste Sicherheitsmaßnahme überhaupt.
⚠️ Schockierende Statistik:
In 65% aller Fälle von Kartenmissbrauch hatten die Täter sowohl die Karte als auch die PIN des Opfers – oft, weil die PIN zusammen mit der Karte aufbewahrt wurde (z.B. Notizzettel im Portemonnaie). Die Bank zahlt in solchen Fällen oft NICHT – weil "grobe Fahrlässigkeit" vorliegt!
Die 7 größten PIN-Fehler (und wie Sie sie vermeiden)
❌ Fehler 1: PIN im Portemonnaie aufbewahren
Warum gefährlich:
Bei Diebstahl hat der Täter Karte UND PIN gleichzeitig. Ihr Konto ist innerhalb von Minuten leer – und die Bank zahlt nicht, weil Sie "fahrlässig" gehandelt haben.
✅ Richtig:
Bewahren Sie die PIN getrennt von der Karte auf – z.B. zu Hause in einer Schublade, verschlüsselt im Smartphone oder im Kopf (siehe Tipp 7).
❌ Fehler 2: PIN am Telefon weitergeben
Typische Betrugsmasche:
Anrufer gibt sich als Bankmitarbeiter aus: "Wir haben verdächtige Abbuchungen auf Ihrem Konto entdeckt. Bitte geben Sie zur Sicherheit Ihre PIN durch, damit wir Ihr Konto sperren können."
✅ Richtig:
NIEMALS die PIN am Telefon nennen – auch nicht gegenüber angeblichen Bankmitarbeitern! Echte Banken fragen NIEMALS nach der PIN. Auflegen und selbst bei der Bank anrufen (Nummer von Ihrer Bankkarte)!
❌ Fehler 3: PIN an Dritte weitergeben
Warum problematisch:
"Kannst du für mich schnell Geld abheben? Meine PIN ist 1234." – Selbst bei Familienmitgliedern riskant! Falls etwas schiefgeht (Karte verloren, falscher Betrag), haften Sie – nicht die andere Person.
✅ Richtig:
Ihre PIN ist persönlich. Geben Sie sie niemandem weiter – auch nicht Ehepartner, Kindern oder Pflegepersonal. Wenn jemand für Sie Geld abheben soll, nutzen Sie eine Vollmacht (bei Ihrer Bank beantragen).
❌ Fehler 4: Zu einfache PINs verwenden
Die beliebtesten (= unsichersten) PINs:
- • 1234 (über 10% aller PINs!)
- • 0000 oder 1111
- • Geburtsjahr: 1950, 1955, 1960 etc.
- • Geburtsdatum: 0108 (01. August)
→ Betrüger probieren diese Kombinationen zuerst!
✅ Richtig:
Nutzen Sie eine zufällige Kombination, die Sie sich gut merken können. Tipp: Nehmen Sie die Quersumme eines wichtigen Datums (z.B. Hochzeitstag 15.06.1975 → 1+5+0+6+1+9+7+5 = 34 → PIN: 3417).
❌ Fehler 5: PIN offen eintippen
Gefahr: "Shoulder Surfing"
Betrüger stehen hinter Ihnen in der Schlange am Geldautomaten und schauen über Ihre Schulter, während Sie die PIN eingeben. Später wird Ihnen die Karte gestohlen (z.B. Taschendiebstahl) – und sie haben PIN + Karte.
✅ Richtig:
Immer die Hand über die Tastatur legen beim PIN-Eintippen – auch wenn niemand hinter Ihnen steht! So schützen Sie sich auch vor versteckten Kameras (Skimming). Machen Sie das zur festen Gewohnheit.
❌ Fehler 6: PIN digital unverschlüsselt speichern
Riskante Speicherorte:
- • Unverschlüsselte Notiz-App auf dem Smartphone
- • Word/Excel-Datei auf dem Computer (ohne Passwortschutz)
- • E-Mail an sich selbst
- • WhatsApp-Chat mit sich selbst
✅ Richtig:
Nutzen Sie einen Passwort-Manager (z.B. "1Password", "Bitwarden") oder speichern Sie die PIN verschlüsselt (z.B. rückwärts schreiben: PIN 3417 → speichern als "7143", im Kopf umdrehen).
✅ Tipp 7: Die beste Methode – PIN im Kopf merken
🧠 Eselsbrücken für Ihre PIN:
Methode 1: Buchstaben zu Zahlen
Denken Sie sich ein Wort aus und nutzen Sie die Tastatur-Zahlen:
"HAUS" → H=4, A=2, U=8, S=7 → PIN: 4287
Methode 2: Merksatz
PIN 5739 → Merksatz: "5 Enkel, 7 Katzen, 3 Autos, 9 Jahre Rente"
Methode 3: Visuelle Muster
Merken Sie sich das Bewegungsmuster auf der Tastatur (z.B. "Zickzack von links oben nach rechts unten")
Checkliste: PIN-Sicherheit
🔐 Ihre PIN-Schutz-Checkliste:
PIN niemals zusammen mit der Karte aufbewahren
Auch nicht "versteckt" (z.B. als Telefonnummer getarnt)
PIN niemals weitergeben – auch nicht an Familie
Nutzen Sie stattdessen eine offizielle Bankvollmacht
Beim Eintippen immer mit Hand abdecken
Schutz vor Schulterblick und Kameras
Keine einfachen Kombinationen (1234, Geburtsjahr)
Nutzen Sie eine zufällige, aber merkbare Kombination
PIN nur verschlüsselt digital speichern
Passwort-Manager oder verschlüsselte Notiz
Bei Verdacht auf Kompromittierung: Sofort ändern!
Über Online-Banking oder in der Bankfiliale
Was tun im Betrugsfall?
Schnelles Handeln kann den Schaden begrenzen – so reagieren Sie richtig
Sofortmaßnahmen bei Betrug oder Verdacht
Karte sofort sperren lassen
Zentrale Sperrnummer (24/7 erreichbar):
116 116
(kostenlos aus Deutschland)
Aus dem Ausland:
+49 116 116
💡 Tipp: Speichern Sie diese Nummer in Ihrem Handy unter "Kartensperrung" – so finden Sie sie im Notfall sofort!
Bank kontaktieren
Rufen Sie zusätzlich Ihre Bank an (Nummer von Ihrer Bankkarte oder Website). Informieren Sie über:
- • Art des Betrugs (Skimming, Phishing, Diebstahl)
- • Zeitpunkt, wann Sie es bemerkt haben
- • Verdächtige Abbuchungen auf Ihrem Konto
Strafanzeige bei der Polizei
Gehen Sie zur nächsten Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige. Wichtig für:
- • Versicherungsansprüche
- • Entschädigung durch die Bank
- • Verfolgung der Täter
📄 Bringen Sie mit: Kontoauszüge mit verdächtigen Abbuchungen, Phishing-E-Mails (Screenshots), Kartensperr-Bestätigung
Online-Banking-Passwort ändern
Falls Sie auf einen Phishing-Link geklickt haben:
- • Sofort neues, starkes Passwort vergeben
- • Auch für E-Mail-Konto (falls gleiche Zugangsdaten)
- • Prüfen Sie, ob andere Konten betroffen sein könnten
Dokumentation für die Bank
Sammeln Sie Beweise für die Rückerstattung:
- • Zeitpunkt der Kartensperrung (Bestätigungs-SMS/E-Mail)
- • Kontoauszüge mit unbefugten Abbuchungen
- • Fotos vom manipulierten Automaten (falls möglich)
- • Screenshots von Phishing-Mails
- • Polizeianzeigen-Aktenzeichen
⏱️ Zeit ist kritisch:
Je schneller Sie reagieren, desto höher Ihre Chancen auf Schadenserstattung! Banken haften in der Regel nur bis zur Sperrung der Karte. Alles danach geht zu Ihren Lasten – also sofort handeln!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Haftet die Bank, wenn ich Opfer von Betrug werde?
Kommt darauf an. Die Bank haftet grundsätzlich für unbefugte Abbuchungen – ABER:
- • Wenn Sie "grob fahrlässig" gehandelt haben (z.B. PIN im Portemonnaie), zahlt die Bank oft NICHT
- • Sie haften bis zur Kartensperrung (max. 50€ Eigenbeteiligung, wenn keine Fahrlässigkeit vorliegt)
- • Nach der Sperrung haftet die Bank für weitere Schäden
→ Deshalb: Karte SOFORT sperren lassen (116 116) – jede Minute zählt!
Kann ich kontaktloses Bezahlen ausschalten?
Ja, bei den meisten Banken. Kontaktloses Bezahlen ist aber sicherer als oft gedacht:
- • Nur Beträge unter 50€ ohne PIN möglich
- • Die Karte muss sehr nah ans Lesegerät (< 4cm) – Diebstahl im Vorbeigehen ist fast unmöglich
- • Bei mehreren Zahlungen wird automatisch nach PIN gefragt
Möchten Sie es trotzdem deaktivieren? Fragen Sie bei Ihrer Bank nach oder nutzen Sie eine RFID-Schutzhülle für die Karte (ca. 5€).
Wie erkenne ich, ob meine Daten im Darknet verkauft werden?
Es gibt kostenlose Dienste, die prüfen, ob Ihre E-Mail-Adresse oder Kartendaten in Datenleaks auftauchen:
- • haveibeenpwned.com – prüft E-Mail-Adressen auf Leaks
- • HPI Identity Leak Checker – vom Hasso-Plattner-Institut
Falls Ihre Daten gefunden werden: Sofort Passwörter ändern und Bank informieren!
Ist Online-Banking für Senioren sicher?
Ja, wenn Sie ein paar Regeln beachten:
- ✅ Nur über die offizielle Bank-App oder direkte Website-Eingabe (nicht über Google-Suchergebnisse)
- ✅ Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung (TAN per SMS/App zusätzlich zum Passwort)
- ✅ Prüfen Sie das Schloss-Symbol in der Browserzeile (sichere HTTPS-Verbindung)
- ✅ Niemals über öffentliches WLAN (Café, Flughafen) einloggen
- ✅ Smartphone/Computer mit Virenschutz aktuell halten
Was sind typische Anzeichen für Identitätsdiebstahl?
Warnsignale, dass jemand Ihre Daten missbraucht:
- 🚨 Abbuchungen auf Ihrem Konto, die Sie nicht getätigt haben
- 🚨 Mahnungen für Bestellungen, die Sie nie aufgegeben haben
- 🚨 Kreditkarten-Anträge in Ihrem Namen (Schufa-Auskunft zeigt es)
- 🚨 Ihre Bank-Post kommt nicht mehr an (Adressänderung durch Betrüger?)
- 🚨 Anrufe von Inkasso-Firmen wegen Schulden, die nicht Ihre sind
→ Sofort Polizei informieren und kostenlose Schufa-Selbstauskunft anfordern!
Schützen Sie Ihr Geld mit der richtigen Bank!
Moderne Banken bieten zusätzliche Sicherheitsfeatures: 2-Faktor-Authentifizierung, Echtzeit-Benachrichtigungen, Kartensperrung per App
✓ Kostenlose Konten ✓ Einfache Bedienung ✓ Moderner Schutz
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