SCHUFA-Score verstehen: Skala, Kriterien und Bedeutung
Der SCHUFA-Score ist seit dem 17.03.2026 ein Punktwert zwischen 100 und 999, der aus zwölf offengelegten Kriterien addiert wird. Ab 776 Punkten gilt die Bonität als hervorragend, ab 709 als gut. Den eigenen Score sehen Sie kostenlos im SCHUFA-Account. Der frühere Basisscore in Prozent wurde vollständig abgelöst.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 17. März 2026 gibt es einen einzigen SCHUFA-Score auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten. Er gilt branchenübergreifend.
- Der Score setzt sich aus zwölf Kriterien zusammen, deren Höchstpunktzahlen die SCHUFA veröffentlicht hat. Addiert ergeben sie exakt 999 Punkte.
- Zahlungsstörungen sind mit maximal 264 Punkten der mit Abstand stärkste Hebel, das entspricht rund 26 % des gesamten Punktevolumens.
- Der alte Basisscore in Prozent und die sechs Branchenscores sind abgeschafft. Eine offizielle Umrechnung von Prozent in Punkte gibt es nicht.
- Die Umstellung bei Banken und Händlern läuft bis Ende 2028. Stand März 2026 nutzten rund 25 % der SCHUFA-Vertragspartner bereits den neuen Score.
Inhaltsverzeichnis
Was ist der SCHUFA-Score?
Eine Prognose, keine Note für Ihr Verhalten
Der SCHUFA-Score ist ein Punktwert, der die statistische Wahrscheinlichkeit abbildet, mit der eine Person ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllt. Er beruht auf den Daten, die die SCHUFA Holding AG zu Ihnen gespeichert hat: Girokonten, Kreditkarten, Ratenkredite, Mobilfunkverträge, Adressdaten und gemeldete Zahlungsstörungen. Aus diesem Bestand errechnet die Auskunftei einen Wert zwischen 100 und 999 Punkten. Je höher der Wert, desto geringer schätzt das Verfahren das Ausfallrisiko ein.
Wichtig für das Verständnis: Der Score bewertet nicht Sie als Person, sondern ordnet Sie einer statistischen Vergleichsgruppe zu. Menschen mit ähnlichen Einträgen haben sich in der Vergangenheit in einer bestimmten Weise verhalten, und diese Erfahrung wird auf Ihren Datensatz übertragen. Deshalb kann der Score im Einzelfall danebenliegen, obwohl die Berechnung formal korrekt ist.
Das leistet der Score
- Er liefert Banken, Vermietern und Händlern eine schnelle Risikoeinschätzung
- Er beeinflusst Zinssatz, Kreditsumme und Zahlungsarten im Onlineshop
- Er ist seit 2026 für Verbraucher einsehbar und in Teilen nachrechenbar
- Er zeigt, welche gespeicherten Daten die Bewertung tragen
Das leistet der Score nicht
- Er kennt weder Ihr Einkommen noch Ihr Vermögen oder Ihren Beruf
- Er entscheidet nicht allein über Kredit oder Wohnung, das tut der Vertragspartner
- Er berücksichtigt keine Kontostände und keine Umsätze auf Ihrem Konto
- Er reagiert nicht tagesaktuell, sondern wird quartalsweise fortgeschrieben
Warum die SCHUFA 2026 umgestellt hat
Auslöser der Reform war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Dezember 2023 (Rechtssache C-634/21). Das Gericht stufte die Score-Berechnung als automatisierte Entscheidung im Sinne von Artikel 22 DSGVO ein, sobald Banken ihre Entscheidung maßgeblich darauf stützen. Daraus folgt eine erweiterte Auskunftspflicht: Betroffene müssen die Logik der Bewertung nachvollziehen können, der pauschale Verweis auf ein Geschäftsgeheimnis reicht nicht mehr aus.
Die Antwort der SCHUFA war ein radikal vereinfachtes Modell. Statt rund 250 interner Merkmale fließen heute zwölf benannte Kriterien in die Berechnung ein, jedes mit einer veröffentlichten Höchstpunktzahl. Damit lässt sich zum ersten Mal überhaupt beziffern, wie stark ein einzelner Faktor wirkt. Details zur Datenherkunft und zu Ihren Rechten finden Sie im Ratgeber SCHUFA-Auskunft anfordern.
Score-Tabelle: die fünf Scoreklassen
Die SCHUFA ordnet jeden Punktwert einer von fünf Klassen zu. Diese Einordnung ist der Wert, den Vertragspartner in der Praxis interpretieren.
So verteilt sich die Skala von 100 bis 999
Breite der Abschnitte im Verhältnis zur Punkteskala
So verteilen sich die Menschen auf die Klassen
Anteil der in Deutschland erfassten Personen je Klasse
Der auffälligste Befund: Die Klasse „Hervorragend“ belegt nur ein Viertel der Punkteskala, umfasst aber rund 62 % aller erfassten Personen. Ein hoher Score ist damit der Normalfall, kein Ausweis von Besonderheit.
Sehr geringes Ausfallrisiko. Kredite, Mietverträge und Ratenkäufe sind in aller Regel unproblematisch, Zinsangebote fallen am günstigsten aus.
Durchschnittliches Ausfallrisiko. Die Kreditvergabe gelingt meist, einzelne Anbieter verlangen aber einen leichten Zinsaufschlag oder zusätzliche Nachweise.
Leicht erhöhtes Ausfallrisiko. Kredite sind möglich, die Konditionen verschlechtern sich spürbar. Beim Ratenkauf fällt gelegentlich der Rechnungskauf weg.
Erhöhtes bis deutlich erhöhtes Ausfallrisiko. Ablehnungen häufen sich, Vorkasse wird zur Regel. Diese Klasse deckt fast zwei Drittel der Skala ab.
Bei offenen Zahlungsstörungen oder Einträgen aus Schuldner- und Insolvenzregistern berechnet die SCHUFA gar keinen Score. Das wirkt wie eine Ablehnungsempfehlung.
Der Sprung von „Gut“ auf „Hervorragend“ kostet nur einen Punkt, der Weg aus „Ausreichend“ heraus kann hunderte Punkte umfassen. Wer knapp unter einer Klassengrenze liegt, profitiert deshalb überproportional von kleinen Verbesserungen.
Zu den Hebeln| Scoreklasse | Punkte | Ausfallrisiko | Verbreitung | Typische Praxis |
|---|---|---|---|---|
| Hervorragend | 776 bis 999 | sehr gering | ca. 62 % | beste Zinsen, Rechnungskauf, Mietvertrag ohne Rückfragen |
| Gut | 709 bis 775 | durchschnittlich | ca. 20 % | Kredit meist bewilligt, leichter Zinsaufschlag möglich |
| Akzeptabel | 642 bis 708 | leicht erhöht | ca. 8 % | Kredit möglich, spürbar teurere Konditionen |
| Ausreichend | 100 bis 641 | erhöht bis deutlich erhöht | ca. 2 % | häufige Ablehnungen, Vorkasse statt Rechnung |
| Kein Score | keine Berechnung | nicht bewertbar | ca. 8 % | offene Zahlungsstörung oder Registereintrag vorhanden |
Klassengrenzen und Verteilungsangaben nach Angaben der SCHUFA zur Score-Umstellung, Stand März 2026. Quelle: SCHUFA-Pressemitteilung vom 17.03.2026.
Die 12 Kriterien und ihre Gewichtung
Jedes Kriterium hat eine feste Höchstpunktzahl. Die zwölf Maxima addieren sich exakt auf 999 Punkte. Damit lässt sich zum ersten Mal beziffern, welcher Faktor wie stark durchschlägt.
Starker Hebel
Kriterien 1 bis 3, zusammen 480 Punkte oder rund 48 % des Volumens.
- Zahlungsstörungen wiegen allein 26,4 % des Punktevolumens
- Viele Konto- und Karteneröffnungen binnen zwölf Monaten kosten Punkte
- Auch Anfragen von Händlern und Mobilfunkanbietern zählen mit
Mittlerer Hebel
Kriterien 4 bis 9, zusammen 426 Punkte oder rund 43 % des Volumens.
- Fast alles davon ist eine Frage der Zeit, nicht des Verhaltens
- Alte Konten und alte Kreditkarten wirken stabilisierend
- Wer häufig umzieht, verliert Punkte beim Adressalter
Kleiner Hebel
Kriterien 10 bis 12, zusammen 93 Punkte oder rund 9 % des Volumens.
- Statusmerkmale mit ergänzendem Charakter
- Eine bestätigte Identitätsprüfung bringt bis zu 38 Punkte
- Der Kreditstatus ist mit 19 Punkten das schwächste Merkmal
Was die SCHUFA nicht veröffentlicht
Bekannt sind die zwölf Kriterien und ihre Höchstpunktzahlen. Nicht veröffentlicht ist, wie viele Punkte ein konkreter Zwischenwert bringt, also etwa ein Bankvertrag mit sieben Jahren Laufzeit gegenüber einem mit zwölf Jahren. Diese Einzelwerte zeigt Ihnen nur Ihr eigener SCHUFA-Account an. Jede Tabelle im Netz, die Ihnen exakte Punkte für Zwischenstufen verspricht, ist eine Schätzung.
Score nachrechnen: ein Musterfall
Ein Beispiel macht sichtbar, wie sich ein völlig unauffälliges Finanzleben in Punkte übersetzt und warum ein Score von 999 praktisch nicht vorkommt.
Die Annahmen: Anna, 34 Jahre, Angestellte. Girokonto seit elf Jahren bei derselben Bank, Kreditkarte seit sechs Jahren, seit vier Jahren dieselbe Wohnung. Kein laufender Ratenkredit, kein Immobilienkredit, kein Dispo über einen Rahmenkredit. Im letzten Jahr hat sie ein Tagesgeldkonto eröffnet und einen Mobilfunkvertrag abgeschlossen. Keine Zahlungsstörung, Identität ist geprüft.
| Kriterium | Maximum | Annas Situation | Erreicht |
|---|---|---|---|
| Zahlungsstörungen | 264 | keine vorhanden | 264 |
| Anfragen Girokonto/Kreditkarte | 117 | eine Kontoeröffnung im Jahr | ca. 95 |
| Anfragen außerhalb Banken | 99 | ein Mobilfunkvertrag | ca. 85 |
| Alter der aktuellen Adresse | 94 | vier Jahre | ca. 70 |
| Alter der ältesten Kreditkarte | 81 | sechs Jahre | ca. 60 |
| Alter des ältesten Bankvertrags | 69 | elf Jahre | ca. 60 |
| Ratenkredite in 12 Monaten | 66 | keine aufgenommen | 66 |
| Längste Restlaufzeit Ratenkredite | 61 | kein laufender Kredit | ca. 40 |
| Immobilienkredit oder Bürgschaft | 55 | nicht vorhanden | ca. 10 |
| Identitätsprüfung | 38 | liegt vor | 38 |
| Alter des jüngsten Rahmenkredits | 36 | kein Rahmenkredit | ca. 15 |
| Kreditstatus | 19 | keine laufenden Kredite | ca. 10 |
Anna hat sich nichts zuschulden kommen lassen und erreicht trotzdem nur gut 80 % der möglichen Punkte. Der Grund: Merkmale wie Immobilienkredit, Rahmenkredit oder eine lange Kredithistorie kann nur sammeln, wer sie tatsächlich besitzt.
Modellrechnung der Bankdaten.de-Redaktion, Stand 27.08.2026. Die Höchstpunktzahlen entsprechen den von der SCHUFA veröffentlichten Werten, die Zwischenwerte sind redaktionelle Näherungen und keine offizielle SCHUFA-Berechnung. Ihren tatsächlichen Punktwert je Kriterium sehen Sie ausschließlich im SCHUFA-Account.
Warum 999 Punkte praktisch unerreichbar sind
Um alle 999 Punkte zu erreichen, müssten Sie gleichzeitig einen laufenden Immobilienkredit, einen Rahmenkredit, mindestens einen Ratenkredit mit langer Restlaufzeit, eine sehr alte Kreditkarte, einen sehr alten Bankvertrag und eine sehr lange Wohndauer vorweisen und dürften im letzten Jahr keine einzige Anfrage ausgelöst haben. Diese Kombination schließt sich in der Praxis teilweise selbst aus.
Für den Alltag ist das ohne Bedeutung. Entscheidend ist nicht die Maximalpunktzahl, sondern die Klassengrenze bei 776 Punkten. Wer darüber liegt, bekommt in aller Regel die besten Konditionen, unabhängig davon, ob es 790 oder 940 Punkte sind.
Was ist ein guter SCHUFA-Score?
Die kurze Antwort und die Fallstricke dahinter
Ein guter SCHUFA-Score beginnt bei 709 Punkten, ab 776 Punkten gilt die Bonität als hervorragend. Wer diese Schwelle überschreitet, erhält bei Banken, Vermietern und Onlinehändlern in der Regel die besten Konditionen. Unterhalb von 642 Punkten häufen sich Ablehnungen, unterhalb von 100 Punkten existiert kein Score mehr, weil dann eine offene Zahlungsstörung vorliegt.
Diese Schwellen sind allerdings nur die halbe Wahrheit. Banken kombinieren den Score mit eigenen Daten: Einkommen, bestehende Verpflichtungen, Beschäftigungsverhältnis, Kontoführung. Ein hervorragender Score bei zu geringem Einkommen führt trotzdem zur Ablehnung, ein akzeptabler Score bei sehr gutem Einkommen kann problemlos zur Zusage führen. Der Score ist ein Faktor unter mehreren, nicht das Urteil.
Wofür welcher Score in der Praxis reicht
| Vorhaben | Faustregel | Worauf zusätzlich geachtet wird |
|---|---|---|
| Baufinanzierung | ab 776 Punkten | Eigenkapital, Haushaltsrechnung, Objektwert |
| Ratenkredit | ab 709 Punkten für gute Zinsen | Einkommen, laufende Raten, Beschäftigungsdauer |
| Mietwohnung | ab 709 Punkten, oft ab 642 | Nachweis über drei Gehaltsabrechnungen, Vormieterbescheinigung |
| Girokonto | meist auch bei niedrigem Score | Basiskonto ist gesetzlich garantiert |
| Mobilfunkvertrag | ab 642 Punkten | Gerätewert, alternativ Prepaid ohne Prüfung |
| Rechnungskauf im Onlineshop | ab 709 Punkten | Warenkorbwert, Bestellhistorie beim Händler |
Redaktionelle Einordnung auf Basis marktüblicher Vergabepraxis. Verbindliche Schwellenwerte veröffentlicht keine Bank. Wer konkret ein Darlehen plant, findet die Rahmenbedingungen im Ratgeber Ratenkredit und Hinweise zur Vorbereitung unter Kreditwürdigkeit verbessern.
Basisscore und Branchenscores: was daraus wurde
Wer seinen Score früher als Prozentwert kannte, sucht die alte Zahl vergeblich. Beide Modelle wurden ersatzlos abgelöst.
Das alte Modell
- Basisscore als Prozentwert zwischen 0 und 100, halbjährlich neu berechnet
- Bis zu rund 250 interne Merkmale, deren Gewichtung nicht offengelegt war
- Sechs Branchenscores, unter anderem für Banken, Handel und Telekommunikation
- Bank und Onlineshop sahen unterschiedliche Werte, für Verbraucher unsichtbar
- Einsicht nur über die kostenpflichtige Auskunft oder die jährliche Datenkopie
Das neue Modell
- Ein einziger Score von 100 bis 999 Punkten für alle Branchen
- Zwölf benannte Kriterien mit veröffentlichten Höchstpunktzahlen
- Unternehmen und Verbraucher sehen denselben Wert
- Aktualisierung zu Beginn eines jeden Quartals
- Dauerhaft kostenlose Einsicht im SCHUFA-Account per Web oder App
Lässt sich der Basisscore in Punkte umrechnen?
Nein. Es gibt keine offizielle Umrechnungstabelle und es kann auch keine geben. Der alte Basisscore war ein Prozentrang innerhalb einer Vergleichsgruppe, der neue Score ist eine Punktsumme aus zwölf Einzelkriterien. Wer früher 97,5 % hatte, kann heute 810 oder 860 Punkte haben, ohne dass sich in seinem Leben irgendetwas geändert hätte.
Ein grober Anhaltspunkt zur Orientierung: Ein Basisscore über 95 % entsprach ungefähr dem, was heute die Klasse „Hervorragend“ abbildet. Diese Zuordnung ist eine Interpretationshilfe, keine Rechenregel.
Übergangsphase bis Ende 2028: zwei Scores im Umlauf
Die Umstellung der Vertragspartner läuft schrittweise. Nach Angaben der SCHUFA nutzten im März 2026 rund 25 % der Unternehmen den neuen Score, bis Ende 2026 sollte etwa die Hälfte umgestellt sein, die vollständige Umstellung ist bis Ende 2028 vorgesehen. Der Grund für das Tempo liegt bei den Banken: Sie müssen ihre Kreditvergabeprozesse aufsichtsrechtlich neu abnehmen lassen.
Praktische Folge für Sie: Der Wert in Ihrem SCHUFA-Account muss nicht der Wert sein, den eine bestimmte Bank bei einer Anfrage abruft. Eine Ablehnung trotz guter Punktzahl kann daran liegen, dass der Anbieter noch mit dem alten Modell arbeitet. In diesem Fall lohnt es sich, gezielt nach dem verwendeten Scoring-Verfahren zu fragen.
SCHUFA-Score abfragen: drei Wege im Vergleich
Seit der Umstellung gibt es eine dauerhaft kostenlose Möglichkeit, den eigenen Score zu sehen. Welcher Weg der richtige ist, hängt allein davon ab, wofür Sie die Information brauchen.
SCHUFA-Account
Der digitale Zugang über Browser oder App. Sie sehen Ihren aktuellen Punktwert, die Aufschlüsselung der zwölf Kriterien und Ihre gespeicherten Daten. Registrierung per Online-Ausweisfunktion oder PIN-Verfahren.
- dauerhaft kostenlos und beliebig oft abrufbar
- zeigt die Punkte je Kriterium, nicht nur die Gesamtzahl
- nicht als Nachweis für Vermieter geeignet
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Datenkopie
Die vollständige Auskunft nach Artikel 15 DSGVO. Sie enthält jeden gespeicherten Datensatz, jede Anfrage und jede Meldung. Das ist das Dokument, mit dem Sie fehlerhafte Einträge aufspüren.
- gesetzlicher Anspruch, in der Regel einmal jährlich kostenlos
- vollständigste Variante mit allen Vertragsdaten
- zu detailliert, um sie Dritten auszuhändigen
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BonitätsAuskunft
Das fälschungssichere Zertifikat mit Verifizierungscode, das für die Wohnungsbewerbung gedacht ist. Es zeigt nur die Bonitätsaussage und verzichtet auf sensible Details aus Ihrem Datensatz.
- von Vermietern akzeptierter Nachweis
- beliebig oft bestellbar, digital binnen Minuten
- kostenpflichtig, für die eigene Kontrolle unnötig
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| Ihr Anliegen | Richtiger Weg | Kosten | Verfügbar in |
|---|---|---|---|
| Ich will einfach nur meinen aktuellen Score sehen | SCHUFA-Account | 0 € | sofort nach Registrierung |
| Ich vermute einen falschen Eintrag | Datenkopie nach Art. 15 DSGVO | 0 € | wenige Tage |
| Ein Vermieter verlangt einen Nachweis | BonitätsAuskunft | 29,95 € | digital binnen Minuten |
| Ich bereite eine Kreditanfrage vor | SCHUFA-Account plus Datenkopie | 0 € | vor dem Antrag einplanen |
| Ich will wissen, wer meine Daten abgefragt hat | Datenkopie | 0 € | wenige Tage |
Vorsicht bei Drittanbietern
Rund um die kostenlose Datenkopie haben sich Anbieter etabliert, die für die Weiterleitung eines gesetzlich kostenlosen Antrags eine Gebühr verlangen. Die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO kostet nichts, unabhängig davon, über welchen Weg Sie sie beantragen. Auch Apps, die einen kostenlosen Score im Tausch gegen Zugriff auf Ihr Online-Banking anbieten, sollten Sie kritisch prüfen: Verbraucherschützer haben diese Praxis wiederholt beanstandet, weil dabei hochsensible Kontodaten offengelegt werden.
Die vollständige Anleitung zur Beantragung, inklusive Postweg und Musterformulierung, steht im Ratgeber SCHUFA-Auskunft anfordern. Wie Sie gegen falsche Einträge vorgehen, erklärt Negative SCHUFA-Einträge löschen lassen.
SCHUFA-Score verbessern: die wirksamen Hebel
Seit die Gewichtung offenliegt, lässt sich sagen, welche Maßnahme viel bringt und welche kaum. Die Reihenfolge folgt dem Punktevolumen der betroffenen Kriterien.
Offene Zahlungsstörungen ausräumen
Solange eine Forderung offen ist, berechnet die SCHUFA gar keinen Score. Der erste Schritt ist deshalb immer, offene Posten zu begleichen und die Erledigung melden zu lassen. Erledigte Forderungen werden seit der Rechtsprechungsänderung deutlich kürzer gespeichert als früher, verschwinden aber nicht sofort.
Kreditanfragen bündeln und richtig stellen
Eine Konditionsanfrage ist score-neutral, eine Kreditanfrage nicht. Achten Sie beim Vergleich darauf, dass der Vermittler ausdrücklich eine Konditionsanfrage stellt. Mehrere Anfragen innerhalb einer kurzen Frist von rund vier Wochen werden zudem zusammengefasst und wirken nicht mehrfach.
Alte Konten und Karten nicht kündigen
Das Alter des ältesten Bankvertrags und der ältesten Kreditkarte bringt zusammen bis zu 150 Punkte. Wer sein zehn Jahre altes Girokonto schließt, weil er zu einer Direktbank wechselt, verliert diese Historie. Sinnvoller ist es, das alte Konto mit geringer Nutzung weiterlaufen zu lassen, sofern es keine Gebühren kostet. Welche Konten dauerhaft ohne Grundgebühr auskommen, zeigt der Vergleich kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang.
Umzüge nicht unnötig häufen
Das Alter der aktuellen Adresse ist mit 94 Punkten das viertstärkste Kriterium. Ein Umzug setzt diesen Zähler zurück. Das ist kein Grund, einen notwendigen Umzug zu verschieben, aber ein Argument dafür, eine geplante Kreditaufnahme eher vor als kurz nach dem Wohnortwechsel zu erledigen.
Daten prüfen und Fehler korrigieren lassen
Veraltete Adressen, längst gekündigte Verträge oder doppelt gemeldete Vorgänge kommen regelmäßig vor. Fordern Sie einmal jährlich die kostenlose Datenkopie an, gleichen Sie jeden Eintrag ab und widersprechen Sie schriftlich, wenn etwas nicht stimmt. Die SCHUFA muss den Sachverhalt beim meldenden Unternehmen prüfen lassen.
Identitätsprüfung abschließen
Das Merkmal „Vorliegen einer Identitätsprüfung“ bringt bis zu 38 Punkte. Es entsteht in der Regel automatisch bei einer Kontoeröffnung mit Video- oder Postident-Verfahren. Wer bisher gar keine deutsche Bankverbindung hat, etwa nach einem Zuzug, sammelt hier den ersten Baustein einer Bonitätshistorie.
Das wirkt
- Rechnungen und Raten pünktlich zahlen, notfalls Ratenpause vereinbaren statt platzen lassen
- Konditionsanfrage statt Kreditanfrage beim Vergleich
- Langjährige Konten und Karten behalten
- Einen kleinen Ratenkredit vollständig und pünktlich tilgen, das baut Historie auf
- Adressdaten aktuell halten, damit Zuordnungsfehler ausbleiben
Das schadet oder bringt nichts
- Mehrere Girokonten und Kreditkarten in kurzer Folge eröffnen
- Bei mehreren Banken parallel echte Kreditanfragen stellen
- Kostenpflichtige Angebote zur „Score-Optimierung“ buchen
- Aus Angst vor Einträgen gar keine Verträge abschließen
- Die SCHUFA zur Löschung korrekter Negativeinträge auffordern
Score-Mythen im Faktencheck
Fünf hartnäckige Annahmen und was tatsächlich gilt
„Jede Abfrage meines eigenen Scores verschlechtert ihn.“
Die Einsicht in die eigenen Daten ist gesetzlich geschützt und fließt nicht in die Bewertung ein. Weder der SCHUFA-Account noch die Datenkopie kosten Punkte. Nur Anfragen von Unternehmen zählen, und auch dort nur echte Kreditanfragen.
„Wer keine Schulden hat, hat automatisch den besten Score.“
Mehrere Kriterien belohnen ausdrücklich das Vorhandensein von Kreditbeziehungen, etwa die Restlaufzeit von Ratenkrediten oder ein Immobilienkredit. Wer nie einen Kredit hatte, kann in diesen Punkten wenig sammeln. Das ist einer der Kritikpunkte am Modell.
„Die SCHUFA kennt mein Gehalt und meinen Kontostand.“
Gemeldet werden Vertragsverhältnisse und Zahlungsstörungen, keine Umsätze, keine Salden, kein Einkommen. Wer der SCHUFA-Tochter bonify Zugriff auf sein Online-Banking gewährt, öffnet allerdings genau diese Datenquelle freiwillig.
„Ein Eintrag verschwindet, sobald ich bezahlt habe.“
Die Erledigung wird vermerkt, der Eintrag selbst bleibt für eine festgelegte Frist gespeichert. Erst danach wird gelöscht. Bezahlen ist trotzdem der entscheidende Schritt, weil die SCHUFA bei offenen Forderungen überhaupt keinen Score mehr berechnet.
„Mit einem schlechten Score bekomme ich kein Girokonto.“
Auf ein Basiskonto besteht in Deutschland ein gesetzlicher Anspruch, unabhängig von der Bonität. Eingeschränkt werden meist nur Zusatzleistungen wie Dispositionskredit oder echte Kreditkarte.
Kritik und Grenzen des Verfahrens
Transparenter heißt nicht automatisch gerechter
Die Offenlegung der Kriterien hat einen Nebeneffekt, der so vermutlich nicht geplant war: Sie macht sichtbar, welche Lebensumstände das Modell belohnt. Verbraucherschützer setzen genau dort an.
Mobilität wird bestraft
Das Adressalter zählt mit bis zu 94 Punkten, obwohl ein Umzug nichts über Zahlungsfähigkeit aussagt. Betroffen sind vor allem Menschen in Ausbildung, in befristeten Arbeitsverhältnissen und in angespannten Wohnungsmärkten.
Junge Menschen starten strukturell im Nachteil
Vier der zwölf Kriterien messen das Alter von Verträgen. Wer mit 20 Jahren sein erstes Konto eröffnet, kann diese Punkte schlicht noch nicht besitzen. Der Nachteil löst sich nur durch Zeitablauf auf.
Kreditlosigkeit wird nicht belohnt
Immobilienkredit, Rahmenkredit und Ratenkredit-Restlaufzeit bringen zusammen bis zu 152 Punkte. Wer bewusst schuldenfrei lebt, verzichtet damit auf einen Teil der erreichbaren Punkte, ohne dass dies ein höheres Risiko bedeuten würde.
Das Grundprinzip bleibt statistisch
Auch der neue Score bewertet keinen Einzelfall, sondern ordnet in Vergleichsgruppen ein. Eine unverschuldete Zahlungsstörung nach einem Rechtsstreit wirkt genauso wie ein tatsächlicher Zahlungsausfall.
Dem gegenüber steht ein realer Fortschritt: Zum ersten Mal lässt sich beziffern, welcher Faktor wie stark wiegt, und zum ersten Mal sehen Verbraucher denselben Wert wie die Unternehmen. Wer weiß, dass ein Umzug 94 Punkte kostet, kann eine Kreditaufnahme zeitlich anders planen. Diese Handlungsfähigkeit gab es unter dem alten Basisscore nicht.
Häufig gestellte Fragen zum SCHUFA-Score
Antworten auf die Fragen, die nach der Umstellung am häufigsten gestellt werden
Was ist ein guter SCHUFA-Score?
Ab 709 Punkten gilt die Bonität als gut, ab 776 Punkten als hervorragend. Rund 82 % aller in Deutschland erfassten Personen liegen in einer dieser beiden Klassen.
Zwischen 642 und 708 Punkten ist die Einstufung „akzeptabel“: Ein Kredit ist möglich, wird aber spürbar teurer. Unterhalb von 642 Punkten häufen sich Ablehnungen.
Wie kann ich meinen SCHUFA-Score kostenlos einsehen?
Über den SCHUFA-Account. Seit dem 17. März 2026 stellt die SCHUFA einen digitalen Zugang per Browser und App bereit, in dem Sie Ihren Punktwert, die Aufschlüsselung nach den zwölf Kriterien und Ihre gespeicherten Daten dauerhaft kostenlos einsehen können.
Für die Registrierung brauchen Sie die Online-Ausweisfunktion Ihres Personalausweises oder das alternative PIN-Verfahren per Post. Unabhängig davon bleibt Ihr Anspruch auf die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO bestehen.
Was ist aus dem Basisscore in Prozent geworden?
Der Basisscore wurde zum 17. März 2026 vollständig abgeschafft, ebenso die sechs Branchenscores für Banken, Handel, Telekommunikation und weitere Bereiche. An ihre Stelle tritt ein einziger Punktwert von 100 bis 999.
Eine offizielle Umrechnung von Prozent in Punkte existiert nicht, weil beide Werte unterschiedlich konstruiert sind. Als grobe Orientierung gilt: Ein früherer Basisscore über 95 % entspricht ungefähr dem Bereich, den heute die Klasse „Hervorragend“ abdeckt.
Wie oft wird der SCHUFA-Score aktualisiert?
Nach Angaben der SCHUFA werden die zugrunde liegenden Daten und der Score jeweils zu Beginn eines neuen Quartals aktualisiert.
Praktisch heißt das: Wer heute eine offene Forderung begleicht, sieht die Wirkung frühestens im nächsten Quartal. Wer eine Kreditaufnahme plant, sollte Korrekturen deshalb mehrere Monate vorher anstoßen.
Warum sieht meine Bank einen anderen Score als mein SCHUFA-Account?
Weil die Umstellung der Vertragspartner noch läuft. Stand März 2026 nutzten rund 25 % der Unternehmen den neuen Score, bis Ende 2028 soll die Umstellung abgeschlossen sein. In der Zwischenzeit arbeiten viele Banken und Händler weiter mit dem alten Verfahren.
Wenn ein Antrag trotz guter Punktzahl abgelehnt wird, lohnt sich deshalb die gezielte Nachfrage, welches Scoring-Modell verwendet wurde und welche Merkmale den Ausschlag gaben.
Wie schnell lässt sich der SCHUFA-Score verbessern?
Das hängt vom Kriterium ab. Eine beglichene Zahlungsstörung wirkt mit der nächsten Quartalsaktualisierung, also innerhalb weniger Monate. Der Effekt von Kreditanfragen läuft nach zwölf Monaten aus.
Die Alterskriterien, immerhin bis zu 340 Punkte zusammengenommen, lassen sich dagegen nicht beschleunigen. Sie wachsen ausschließlich durch Zeitablauf. Angebote, die eine schnelle Score-Steigerung gegen Geld versprechen, können diese Mechanik nicht aushebeln.
Senkt eine Kreditanfrage meinen SCHUFA-Score?
Eine Konditionsanfrage ist score-neutral und für andere Banken nicht sichtbar. Eine echte Kreditanfrage wird dagegen gespeichert und zählt in das Kriterium der Anfragen der letzten zwölf Monate ein.
Beim Vergleich mehrerer Angebote sollten Sie deshalb darauf achten, dass ausdrücklich eine Konditionsanfrage gestellt wird. Anfragen innerhalb einer kurzen Frist von rund vier Wochen werden zudem zusammengefasst.
Warum habe ich gar keinen SCHUFA-Score?
Dafür gibt es zwei sehr unterschiedliche Gründe. Bei offenen Zahlungsstörungen oder Einträgen aus Schuldner- und Insolvenzregistern berechnet die SCHUFA bewusst keinen Score. Das betrifft rund 8 % der erfassten Personen.
Der zweite Grund ist eine zu dünne Datenbasis, etwa nach einem Zuzug nach Deutschland. Dann fehlen schlicht die Merkmale für eine Berechnung. Abhilfe schafft hier der Aufbau erster Vertragsbeziehungen, beginnend mit einem Girokonto mit Identitätsprüfung.
Wirkt sich ein zweites Girokonto negativ auf den Score aus?
Kurzfristig ja, weil die Eröffnung in das Kriterium „Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten“ einfließt, das mit bis zu 117 Punkten bewertet wird. Der Effekt läuft nach einem Jahr aus.
Langfristig kann ein zusätzliches Konto sogar helfen, weil es mit den Jahren zur Vertragshistorie beiträgt. Problematisch wird es erst, wenn mehrere Konten und Karten in kurzer Folge eröffnet werden.
Brauche ich für den Vermieter meinen Score oder eine BonitätsAuskunft?
Die BonitätsAuskunft für 29,95 €. Sie enthält ein fälschungssicheres Zertifikat mit Verifizierungscode und beschränkt sich auf die Bonitätsaussage.
Die kostenlose Datenkopie sollten Sie einem Vermieter nicht aushändigen: Sie enthält Ihren vollständigen Datensatz mit allen Verträgen und Anfragen. Auch ein Screenshot aus dem SCHUFA-Account ist kein anerkannter Nachweis.
Gilt der neue Score auch für Selbstständige und Firmen?
Der Score von 100 bis 999 bewertet Privatpersonen. Für Unternehmen führt die SCHUFA getrennte Verfahren, die weiterhin eigenen Regeln folgen.
Bei Einzelunternehmern und Freiberuflern schauen Banken in der Praxis auf beides: die persönliche Bonität und die geschäftlichen Daten. Worauf es bei der Kontoeröffnung ankommt, steht im Geschäftskonto-Vergleich.
Prüfen Sie Ihren Score, bevor es jemand anderes tut
Vor einer Kreditanfrage, einer Wohnungsbewerbung oder einem Kontowechsel lohnt sich der Blick in die eigenen Daten. Im SCHUFA-Account sehen Sie Punktwert und Kriterien kostenlos, Fehler fallen sofort auf.
✓ Einsicht kostet keine Punkte ✓ Datenkopie bleibt kostenlos ✓ Aufschlüsselung nach 12 Kriterien
Redaktionelle Einordnung
Die Score-Reform ist für Verbraucher der größte Fortschritt seit Jahren, aber sie löst das eigentliche Problem nicht. Wir wissen jetzt, dass ein Umzug bis zu 94 Punkte kosten kann. Wir wissen nicht, wie viele Punkte drei Jahre Wohndauer gegenüber sieben Jahren bringen. Die veröffentlichten Maxima sind ein Rahmen, keine Formel.
Für die Praxis ziehe ich daraus drei Schlüsse. Erstens: Der SCHUFA-Account gehört einmal im Quartal geöffnet, das kostet fünf Minuten und deckt Fehler auf, bevor sie in einem Kreditantrag auffallen. Zweitens: Wer eine Finanzierung plant, sollte zwölf Monate vorher keine unnötigen Konten und Karten eröffnen, denn genau dieses Zeitfenster misst das zweitstärkste Kriterium. Drittens: Ein Score knapp unter 776 Punkten ist der einzige Fall, in dem sich kurzfristige Optimierung wirklich rechnet, weil der Klassenwechsel bei den Konditionen mehr bringt als jeder weitere Punkt darüber.
Skeptisch bin ich bei der Übergangsphase. Bis Ende 2028 laufen zwei Bewertungsmodelle parallel, und Verbraucher haben keine Möglichkeit zu erkennen, welches gerade angewendet wurde. Wer eine Ablehnung erhält, sollte deshalb ausdrücklich nach dem verwendeten Verfahren fragen und sich nicht mit dem Verweis auf „die SCHUFA“ abspeisen lassen.
Prüfdatum: 27. August 2026. Anlass der Aktualisierung: vollständige Überarbeitung nach der Einführung des neuen SCHUFA-Scores am 17. März 2026.
Primärquellen: SCHUFA-Pressemitteilung zum neuen Score (schufa.de), Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 07.12.2023 in der Rechtssache C-634/21, § 31 Bundesdatenschutzgesetz, Artikel 15 und 22 DSGVO.
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