Dispo und Dispozins
Vergleich, Kosten und so finden Sie den günstigsten Dispokredit
Der durchschnittliche Dispozins liegt 2026 laut BaFin bei 11,31 % p. a. Die Spannweite reicht von rund 7 % bis fast 20 %. Wir zeigen, welche Banken günstig sind, wie der Zins berechnet wird und wie Sie bei einer Kontoüberziehung über 200 € pro Jahr sparen können.
Das Wichtigste auf einen Blick
Hohe Spannweite
Die Dispozinsen liegen bei deutschen Banken zwischen 7,49 % und 13,73 % p. a. Bei geduldeter Überziehung sind bis zu 19,75 % möglich.
Sparpotenzial
Bei 2.000 € Dauer-Dispo über ein Jahr trennen den günstigsten und teuersten Anbieter über 125 € Zinskosten.
Empfehlung
DKB (7,91 % mit Aktivstatus) und C24 Smart (ab 7,49 %, bonitätsabhängig) bieten beide kostenlose Girokonten mit niedrigem Dispozins.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Dispokredit?
Der Überziehungskredit aufs Girokonto kompakt erklärt
Der Dispokredit (offiziell: Dispositionskredit) ist ein flexibler Kreditrahmen, den eine Bank auf einem Girokonto einräumt. Im Bankjargon heißt er auch „eingeräumte Kontoüberziehung“. Der Kontoinhaber darf damit innerhalb eines vereinbarten Höchstbetrages mehr Geld ausgeben, als sich auf dem Konto befindet, ohne einen separaten Kreditantrag zu stellen. Die Zinsen für diesen Kreditrahmen, die Dispozinsen, fallen nur für den Betrag und für die Tage an, an denen das Konto tatsächlich im Minus steht.
Knapp die Hälfte aller deutschen Verbraucher nutzt den Dispo regelmäßig, etwa zum Jahreswechsel, vor dem Urlaub oder bei größeren Reparaturen. Laut BaFin überzieht ungefähr ein Viertel der Bankkundinnen und Bankkunden in Deutschland sein Konto zumindest gelegentlich. Praktisch bedeutet das: Statt eines Ratenkredits zu beantragen, greifen viele Menschen lieber auf den unkomplizierten Dispo zurück. Bequem ist das, günstig allerdings nicht. Der Dispokredit ist die teuerste Standard-Kreditform für Privatkunden.
Vorteile des Dispokredits
- Sofort verfügbar, keine Antragsstrecke
- Keine festen Raten, freie Rückzahlung
- Zinsen nur auf den genutzten Betrag
- Keine Bearbeitungsgebühr, taggenaue Berechnung
- Beliebig oft wieder nutzbar nach Ausgleich
Nachteile des Dispokredits
- Sehr hohe Zinsen, oft über 11 % p. a.
- Variabler Zinssatz, kann jederzeit steigen
- Bank kann den Disporahmen jederzeit kündigen
- Verleitet zur Dauerverschuldung
- Negative Auswirkungen auf das Schufa-Scoring möglich
Begriffe synonym: Dispokredit, Dispositionskredit, eingeräumte Kontoüberziehung, Dispolinie und Disporahmen meinen alle dasselbe. Die Dispozinsen werden auch als Sollzinsen oder Überziehungszinsen bezeichnet, und die Bank rechnet sie quartalsweise ab. Der angegebene Zinssatz ist immer ein Sollzinssatz pro Jahr (p. a.), nicht ein Zinssatz pro Quartal.
Dispokredit oder geduldete Kontoüberziehung?
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, kosten aber unterschiedlich viel.
Banken unterscheiden zwei Arten der Kontoüberziehung. Die eingeräumte Kontoüberziehung ist der klassische Dispokredit. Die Bank legt einen festen Höchstbetrag fest, bis zu dem das Konto ins Minus rutschen darf. Die geduldete Kontoüberziehung beginnt dort, wo der eingeräumte Disporahmen aufhört. Wer also einen Dispo von 2.000 € hat und das Konto auf minus 2.500 € zieht, befindet sich mit den letzten 500 € in der geduldeten Überziehung. Beide Varianten sind erlaubt, kosten aber meist unterschiedlich viel.
| Merkmal | Dispokredit (eingeräumt) | Geduldete Überziehung |
|---|---|---|
| Vereinbarung | Vorab mit Bank vereinbart | Ohne Vereinbarung, Einzelfall |
| Höhe | Fester Höchstbetrag | Über den Disporahmen hinaus |
| Sollzins | Meist 7 % bis 14 % p. a. | Im Schnitt 13,04 % laut BaFin, bis 19,75 % |
| Zustimmung | Bei Kontoeröffnung erteilt | Bank entscheidet von Fall zu Fall |
| Risiko | Kalkulierbar | Buchungen können abgelehnt werden |
| Pflicht zur Rückführung | Innerhalb von 6 Monaten erwartet | Sofort nach Aufforderung |
Achtung Beratungspflicht: Liegt das Konto länger als drei Monate ununterbrochen mehr als 75 % im Dispo oder werden Sie über drei Monate hinweg geduldet überzogen, muss die Bank von sich aus eine kostenlose Beratung anbieten. Diese Pflicht besteht seit 2016 und gilt für alle Banken in Deutschland.
Wie wird der Dispozins berechnet?
Die Formel ist einfach, der Effekt im Alltag oft unterschätzt.
Der Dispozins wird taggenau berechnet. Maßgeblich sind drei Faktoren: der überzogene Betrag, der Zinssatz der Bank und die Zahl der Tage, an denen das Konto im Minus steht. Banken nutzen das Standardverfahren mit 360 Zinstagen pro Jahr und 30 Tagen pro Monat. Die einfache Formel lautet:
Dispozinsen = (überzogener Betrag × Sollzins × Tage) ÷ (100 × 360)
Drei Rechenbeispiele für 1.500 € im Dispo
Wer einen Monat lang (30 Tage) durchgehend mit 1.500 € im Minus steht, zahlt je nach Bank ganz unterschiedlich viel:
| Bank | Dispozins p. a. | Kosten 30 Tage | Kosten 1 Jahr |
|---|---|---|---|
| C24 (Bestwert) | 7,49 % | 9,36 € | 112,35 € |
| DKB Aktivstatus | 7,91 % | 9,89 € | 118,65 € |
| BaFin-Durchschnitt | 11,31 % | 14,14 € | 169,65 € |
| N26 | 13,40 % | 16,75 € | 201,00 € |
| Targobank Plus (über Freigrenze) | 13,73 % | 17,16 € | 205,95 € |
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter im Beispiel liegen 93,60 € pro Jahr, wenn der Dispo durchgängig mit 1.500 € genutzt wird. Bei 3.000 € Dauer-Dispo verdoppelt sich diese Differenz. Über zehn Jahre summieren sich daraus Beträge, die einen ETF-Sparplan locker mitfinanzieren würden.
Konkretes Rechenbeispiel
Wer 14 Tage lang mit 1.500 € im Dispo bei einer Bank mit 13,40 % Sollzinssatz steht, zahlt: (1.500 × 13,40 × 14) ÷ (100 × 360) = 7,82 € Zinsen. Die Belastung wird quartalsweise vom Konto eingezogen.
Aktueller Dispozins-Vergleich 2026
Die wichtigsten Banken in Deutschland im direkten Vergleich, sortiert nach dem günstigsten Sollzins. Die Werte stammen aus Eigenrecherche auf den Bankseiten und Preis-Leistungsverzeichnissen, Stand Mai 2026.
Dispozinsen aller großen Banken im Überblick
| Bank / Konto | Dispozins p. a. | Geduldete Überziehung | Hinweis |
|---|---|---|---|
| C24 Smart | ab 7,49 % | 11,49 % | Bonitätsabhängig 7,49 % bis 11,49 % |
| DKB (mit Aktivstatus) | 7,91 % | nicht separat | Aktivstatus ab 700 € Geldeingang |
| Consorsbank Unlimited | 8,15 % | nicht separat | Premium-Kontomodell nötig |
| DKB (ohne Aktivstatus) | 8,51 % | nicht separat | Standardsatz |
| comdirect | 8,65 % | nicht separat | Effektivzins 8,93 % |
| Targobank Online (über 200 €) | 8,77 % | 8,77 % | Bis 200 € zinsfrei |
| Commerzbank PremiumKonto | 8,90 % | nicht separat | Premium-Modell, ca. 12,90 €/Monat |
| Berliner Volksbank Premium | 8,954 % | 8,954 % | Mit Premium-Paket |
| Umweltbank UmweltFlex | 9,109 % | 9,109 % | Einheitlicher Sollzins |
| ING | 9,14 % | 9,14 % | Identischer Zinssatz |
| Consorsbank Standard | 9,40 % | nicht separat | Klassisches Konto |
| 1822direkt | 9,65 % | 9,65 % | Identischer Zinssatz |
| Haspa Joker premium | 9,69 % | 9,69 % | Premium-Kontomodell |
| Tomorrow | 9,75 % | nicht separat | Individueller Satz in der App |
| BBBank | 9,90 % | 9,90 % | Effektivzins 10,28 % |
| BBVA | 9,95 % | 9,95 % | Disporahmen ab 500 € |
| Santander Stufe 1 (bis 500 €) | 10,20 % | 10,20 % | Gestaffelter Zinssatz |
| Postbank Giro pur | 10,79 % | 12,60 % | Höherer Zins bei geduldeter Überziehung |
| Volksbank Stuttgart | 11,10 % | 11,10 % | VR-GiroDirekt und SPACE ONE |
| Stadtsparkasse München | 11,11 % | 11,11 % | Anpassung über Drei-Monats-EURIBOR |
| Haspa Joker Start / klassisch | 11,69 % | 11,69 % | Standard-Kontomodelle |
| Commerzbank Standard | 11,90 % | nicht beziffert | KlassikKonto 10,90 % |
| Berliner Volksbank Standard | 11,954 % | 11,954 % | Ohne Premium-Paket |
| Sparkasse KölnBonn | 12,647 % | 12,647 % | Disporahmen 500 € bis 25.000 € |
| HypoVereinsbank | 12,92 % | 12,92 % | Einheitlicher Zinssatz |
| Sparkasse Potsdam (MBS) | 13,08 % | 17,58 % | Sehr hohe geduldete Überziehung |
| N26 | 13,40 % | nicht separat | Disporahmen bis 15.000 € |
| Santander Stufe 3 (ab 1.000,01 €) | 13,45 % | 13,45 % | Gilt für gesamten Betrag |
| Targobank Plus / Komfort | 13,73 % | 16,73 % | Hoher Zins bei geduldeter Überziehung |
| Revolut | kein Dispokredit | kein Überziehungsdienst | Buchungen werden bei Minus abgelehnt |
Quellen: Webseiten und Preis-Leistungsverzeichnisse der Banken, eigene Recherche, Stand Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Variable Zinssätze können sich jederzeit ändern.
Top 3 günstigste
- 1. C24 Smart: ab 7,49 %
- 2. DKB Aktivstatus: 7,91 %
- 3. Consorsbank Unlimited: 8,15 %
Mittelfeld
- ING: 9,14 %
- 1822direkt: 9,65 %
- BBBank: 9,90 %
Top 3 teuerste
- 1. Targobank Plus: 13,73 %
- 2. Santander Stufe 3: 13,45 %
- 3. N26: 13,40 %
Die zwei besten Anbieter für einen günstigen Dispo
Beide Banken kombinieren ein kostenloses Girokonto mit einem der niedrigsten Dispozinsen am Markt. Die Wahl hängt davon ab, welches Modell besser zur eigenen Lebenssituation passt.
C24 Smart-Konto
Bonitätsabhängiger Dispozins ab 7,49 % p. a. Damit ist C24 die günstigste Option im Vergleich, kombiniert mit einem dauerhaft kostenlosen Girokonto, Girocard und Mastercard.
- Niedrigster StartzinsBonitätsabhängig 7,49 % bis 11,49 %, in vielen Fällen unter dem Marktdurchschnitt.
- Kostenloses GirokontoKeine Grundgebühr, keine Bedingungen, ohne Mindestgeldeingang.
- Girocard und Mastercard kostenlosBeide Karten dauerhaft im Smart-Konto enthalten.
- 0,5 % Zinsen aufs GuthabenAuf das gesamte Tagesguthaben, ohne Limit.
- BaFin-reguliertDeutsche Banklizenz, Einlagen bis 100.000 € geschützt.
DKB Girokonto
Mit Aktivstatus nur 7,91 % p. a., ohne Aktivstatus 8,51 %. Die Bedingung ist transparent: 700 € monatlicher Geldeingang reichen aus, dann gelten der niedrigere Dispozins und das kostenlose Girokonto.
- Transparenter Aktivstatus700 € Geldeingang pro Monat reichen, keine versteckten Bedingungen.
- Kostenloses GirokontoKeine Kontoführungsgebühr, weltweit kostenlos Bargeld mit Visa Debit.
- Etablierte DirektbankÜber 5 Millionen Kundinnen und Kunden, deutsche Vollbanklizenz.
- Disporahmen flexibelOnline im Banking anpassbar, abhängig von Bonität und Geldeingang.
- EinlagensicherungGesetzlich geschützt bis 100.000 € pro Person und Bank.
Welche Bank passt für wen? Wer ein neues Hauptkonto sucht und Wert auf einen niedrigen Einstiegszins legt, wird beim C24 Smart-Konto fündig, weil dort 7,49 % p. a. möglich sind und Girocard sowie Mastercard ohne Aufpreis dazugehören. Wer ein verlässliches Direktbank-Konto bevorzugt und die Bedingung von 700 € Geldeingang erfüllt, fährt mit dem DKB-Girokonto günstig und transparent. Beide Banken liegen deutlich unter dem Marktdurchschnitt von 11,31 %.
Voraussetzungen und Höhe des Dispokredits
Wer bekommt einen Dispo, wie viel ist möglich und worauf achtet die Bank?
Wer bekommt einen Dispokredit?
- Volljährig (mindestens 18 Jahre)
- Wohnsitz in Deutschland
- Regelmäßiger Geldeingang (Gehalt, Rente)
- Positive Schufa-Auskunft
- Girokonto bei der jeweiligen Bank
Wie hoch ist der Disporahmen?
Faustregel: Banken räumen das Zwei- bis Dreifache des Nettoeinkommens als Dispokredit ein. Bei Neukunden oft nur ein Monatsgehalt, später wird der Rahmen erhöht.
- 2.000 € Netto → 4.000 bis 6.000 € Dispo
- 3.500 € Netto → 7.000 bis 10.500 € Dispo
- Maximal: bei N26 bis 15.000 €, bei comdirect dreifaches Nettoeinkommen
Sonderfall Studenten und Auszubildende
Wer noch kein regelmäßiges Erwerbseinkommen hat, bekommt nicht automatisch einen Dispokredit. Studenten erhalten oft einen reduzierten Disporahmen von 200 € bis 1.000 € auf einem Studentenkonto, sofern Bafög oder Eltern-Unterstützung regelmäßig eingehen. Auszubildende werden meist wie Geringverdiener behandelt und bekommen den ein- bis zweifachen Ausbildungsbetrag als Dispo eingeräumt.
Bei einem Schufa-Eintrag oder einer schwachen Bonität verweigert die Bank den Dispo komplett. Dann bleibt nur ein Guthabenkonto, also ein Girokonto ohne Überziehungsmöglichkeit. Auch das ist nicht negativ: Wer kein Minus machen kann, gerät auch nicht in die Dispo-Falle.
Wann ist der Dispokredit sinnvoll, wann nicht?
Der Dispo ist ein Werkzeug. Wie jedes Werkzeug passt er zu manchen Situationen, zu anderen nicht.
Dispo lohnt sich, wenn ...
- Sie das Konto nur kurzfristig überziehen, z. B. wenige Tage vor Gehaltseingang.
- Sie eine unerwartete Rechnung begleichen müssen (kaputter Kühlschrank, Werkstattkosten).
- Sie den Dispo als Sicherheitspuffer nutzen, ohne ihn dauerhaft auszuschöpfen.
- Die Rückzahlung innerhalb weniger Wochen sicher gewährleistet ist.
- Sie bei Ihrer Bank einen günstigen Sollzins (unter 9 %) haben.
Dispo ist die falsche Wahl, wenn ...
- Sie das Konto länger als drei Monate ununterbrochen im Minus haben.
- Es um eine größere Anschaffung geht (Auto, Möbel, Reise).
- Sie nicht wissen, wann Sie den Betrag zurückzahlen können.
- Ihr Sollzins über 11 % liegt und ein Ratenkredit deutlich günstiger wäre.
- Sie schon andere offene Kredite haben und den Überblick verlieren.
Alternativen zum Dispokredit
Wer länger Geld braucht, fährt mit anderen Kreditformen meist deutlich günstiger.
Ratenkredit
Klassischer Konsumentenkredit mit fester Laufzeit und festen Monatsraten. Laut Bundesbank liegt der Durchschnittszins für neu vergebene Ratenkredite bei 8,47 % p. a., also rund 25 % günstiger als ein Dispokredit.
Geeignet für: Beträge ab 1.000 €, planbare Rückzahlung, Umschuldung von Dauer-Dispo.
Rahmenkredit (Abrufkredit)
Wie ein Dispo, aber unabhängig vom Girokonto. Sie bekommen einen Kreditrahmen, von dem Sie flexibel abrufen können. Zinsen meist zwischen 4 % und 8 % p. a., also 3 bis 7 Prozentpunkte unter dem Dispo.
Geeignet für: Wechselnde Liquiditätsbedarfe, Sicherheitsreserve ohne Mindestabnahme.
Kreditkarte mit Teilzahlung
Manche Kreditkarten erlauben, den monatlichen Saldo in Raten zu zahlen. Die Zinsen liegen oft bei 12 % bis 22 % und damit teils höher als der Dispo. Nur in seltenen Fällen eine echte Alternative.
Geeignet für: Sehr kurze Überbrückung, ansonsten meist die teuerste Option.
Notgroschen aufbauen
Die beste Alternative zum Dispo ist, ihn gar nicht erst zu brauchen. Drei Nettogehälter auf einem separaten Tagesgeldkonto reichen für die meisten unerwarteten Ausgaben.
Mehr dazu im Ratgeber Notgroschen.
Dispokredit umschulden und ablösen
Wer dauerhaft im Minus steht, sollte handeln. So funktioniert die Umschuldung.
Wer regelmäßig oder dauerhaft im Dispo steht, zahlt unnötig viel Geld. Eine Umschuldung in einen Ratenkredit reduziert den Zinssatz oft um die Hälfte und sorgt durch feste Raten für eine planbare Rückführung. Die Umstellung lässt sich in vier Schritten organisieren.
Höhe des Bedarfs ermitteln
Aktueller Kontostand plus kleiner Sicherheitspuffer (z. B. 200 € bis 500 €). Nicht den vollen Disporahmen umschulden, sondern nur den tatsächlich genutzten Betrag.
Ratenkredite vergleichen
Mehrere Vergleichsportale nutzen, da die Konditionen je nach Bonität stark schwanken. Wichtig: nicht „Schufa-relevant“, sondern „Konditionsanfrage“ wählen, sonst leidet der Schufa-Score.
Kredit aufnehmen, Dispo ausgleichen
Die Auszahlung erfolgt aufs Girokonto, der Dispo ist sofort ausgeglichen. Achten Sie darauf, dass keine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt (beim Dispo gibt es das nicht, beim alten Ratenkredit eventuell schon).
Disporahmen reduzieren oder kündigen
Damit Sie nicht erneut in den Dispo rutschen, lohnt sich ein deutlich reduzierter Rahmen oder die komplette Kündigung des Dispos. Online im Banking oder per Schreiben an die Bank möglich.
7 Tipps, um beim Dispo Geld zu sparen
Die wirksamsten Hebel auf einen Blick.
1 Banken vergleichen
Der Wechsel zu einer Direktbank mit niedrigem Dispozins wie DKB oder C24 spart bei 2.000 € Dauer-Dispo bis zu 125 € pro Jahr.
2 Rahmen reduzieren
Ein kleinerer Disporahmen ist eine psychologische Bremse und verhindert, dass das Konto unbemerkt tief ins Minus rutscht.
3 Premium-Konditionen prüfen
Bei Commerzbank, Berliner Volksbank oder Haspa lohnt sich ein Kontomodell mit Premium-Paket nur, wenn der Dispo regelmäßig genutzt wird und die Ersparnis die Monatsgebühr übersteigt.
4 Geduldete Überziehung vermeiden
Wer den Disporahmen sprengt, zahlt bei manchen Sparkassen bis 17,58 % oder bei Targobank Plus 16,73 %. Lieber einen Tag warten oder Geld umbuchen.
5 Bei längeren Phasen umschulden
Wer länger als drei Monate über 1.000 € im Dispo steht, sollte über einen Ratenkredit umschulden. Die Zinsersparnis liegt häufig bei 30 % bis 50 %.
6 Pufferkonto einrichten
Ein Tagesgeldkonto mit drei Nettogehältern als Notgroschen verhindert kurzfristige Engpässe und macht den Dispo überflüssig.
7 Sondertilgung statt Sparen
Wer noch Tagesgeld auf der Seite hat, während das Konto im Minus steht, zahlt mit hoher Wahrscheinlichkeit drauf. Beispiel: 2 % Tagesgeld plus 11 % Dispozins ergibt einen Verlust von 9 Prozentpunkten. Erst Dispo ausgleichen, dann sparen.
Dispo und Dispozins: häufige Fragen
Die wichtigsten Antworten kompakt erklärt.
Wie hoch ist der durchschnittliche Dispozins in Deutschland?
Laut BaFin liegt der durchschnittliche Dispozins 2026 bei 11,31 % p. a., die durchschnittliche geduldete Kontoüberziehung bei 13,04 % p. a. Die Spannweite reicht von rund 7,49 % (C24 mit guter Bonität) bis 13,73 % (Targobank Plus über der Freigrenze).
Bei der geduldeten Überziehung sind in Einzelfällen sogar Werte von 17,58 % bei der Sparkasse Potsdam oder 19,75 % bei einzelnen Genossenschaftsbanken möglich.
Welche Bank hat den günstigsten Dispozins?
Den niedrigsten Einstiegszins bietet die C24 Bank mit bonitätsabhängig ab 7,49 % p. a. Der konkrete Zinssatz hängt allerdings von der individuellen Bonität ab.
Den günstigsten transparenten Standardzins bietet die DKB mit 7,91 % p. a. bei Aktivstatus (700 € Geldeingang pro Monat). Direkt dahinter folgen Consorsbank Unlimited (8,15 %) und comdirect (8,65 %).
Wie wird der Dispozins berechnet?
Banken berechnen den Dispozins taggenau. Die Formel lautet: (überzogener Betrag × Sollzinssatz × Tage) ÷ (100 × 360).
Beispiel: 2.000 € im Dispo bei 11,31 % p. a. für 30 Tage ergeben (2.000 × 11,31 × 30) ÷ (100 × 360) = 18,85 €. Die Banken belasten das Konto quartalsweise mit den aufgelaufenen Zinsen.
Was ist der Unterschied zwischen Dispo und geduldeter Überziehung?
Der Dispokredit ist ein vorab vereinbarter Kreditrahmen auf dem Girokonto. Die geduldete Kontoüberziehung beginnt, wenn das Konto darüber hinaus ins Minus rutscht.
Der entscheidende Unterschied: Bei der geduldeten Überziehung wird oft ein deutlich höherer Zinssatz fällig (im Schnitt 13,04 % statt 11,31 %), und die Bank kann Buchungen jederzeit ablehnen, ohne den Kunden vorher zu fragen.
Wie hoch darf mein Dispokredit sein?
Banken räumen üblicherweise das Zwei- bis Dreifache des monatlichen Nettoeinkommens als Dispokredit ein. Bei einem Nettogehalt von 3.000 € bedeutet das einen Disporahmen von 6.000 € bis 9.000 €.
Bei Neukunden begrenzen viele Banken den Rahmen zunächst auf ein Monatsgehalt. N26 erlaubt bis zu 15.000 €, comdirect das Dreifache des Nettoeinkommens. Ohne regelmäßigen Geldeingang gibt es in der Regel keinen Dispo.
Wie lange darf ich im Dispo sein?
Eine feste gesetzliche Frist gibt es nicht. Banken erwarten allerdings, dass der Dispo innerhalb von sechs Monaten mindestens einmal vollständig zurückgeführt wird. Wer das Konto länger als drei Monate ununterbrochen mit mehr als 75 % im Dispo hat, hat Anspruch auf eine kostenlose Beratung durch die Bank.
Wer dauerhaft im Minus steht, riskiert mittelfristig die Kündigung des Disporahmens und ein schlechteres Schufa-Scoring.
Kann die Bank den Dispokredit kündigen?
Ja, jederzeit. Der Dispo ist keine garantierte Kreditlinie. Die Bank kann den Rahmen kürzen oder komplett streichen, wenn sich die Bonität verschlechtert, der Geldeingang ausbleibt oder das Konto dauerhaft überzogen wird.
In der Praxis erfolgt die Kündigung mit einer Frist von rund 30 Tagen. Innerhalb dieser Zeit muss der genutzte Dispo zurückgezahlt werden. Wer das nicht schafft, rutscht in die geduldete Überziehung mit deutlich höheren Zinsen.
Wirkt sich der Dispokredit auf die Schufa aus?
Die Einrichtung eines Dispokredits wird in der Schufa als „Kreditrahmen“ vermerkt, ist aber neutral und beeinflusst den Score nicht negativ. Auch die normale Nutzung im Rahmen ist unproblematisch.
Negative Auswirkungen entstehen erst, wenn das Konto dauerhaft im Minus steht, der Disporahmen gekündigt wird oder Mahnungen wegen offener Forderungen entstehen. Eine kostenlose Schufa-Selbstauskunft verschafft Klarheit.
Was passiert, wenn ich den Dispo nicht zurückzahlen kann?
Zunächst läuft der Dispo weiter und produziert Zinsen. Dauert die Überziehung länger an oder rutscht das Konto in die geduldete Überziehung, fordert die Bank den Ausgleich an, mahnt und kündigt im schlimmsten Fall den Disporahmen sowie das Girokonto.
Frühzeitig handeln ist daher entscheidend. Eine Umschuldung in einen Ratenkredit sollte spätestens nach drei bis sechs Monaten Dauer-Dispo geprüft werden. Bei großen Beträgen oder mehreren offenen Krediten hilft eine kostenlose Schuldnerberatung.
Bekommen Studenten und Auszubildende einen Dispokredit?
Ja, allerdings mit reduziertem Rahmen. Studenten erhalten meist einen Dispo zwischen 200 € und 1.000 €, sofern Bafög, ein Nebenjob oder eine regelmäßige Eltern-Zahlung auf dem Konto eingehen. Auszubildende bekommen oft das ein- bis zweifache Ausbildungsentgelt als Disporahmen.
Banken wie comdirect und DKB bieten spezielle Studentenkonten mit reduzierten Konditionen. Ohne Geldeingang oder bei einem Schufa-Eintrag verweigern Banken den Dispo komplett.
Wie kann ich meinen Dispokredit kündigen?
Der Dispo lässt sich jederzeit ohne Frist kündigen. Bei vielen Direktbanken (z. B. ING, DKB, C24) genügt eine Anpassung im Online-Banking. Bei Filialbanken reicht meist ein formloses Schreiben oder ein Termin in der Filiale.
Wichtig: Vor der Kündigung muss das Konto im Plus sein, sonst läuft die Rückzahlung als geduldete Überziehung weiter, und es greifen häufig höhere Zinsen.
Lohnt sich ein Bankwechsel wegen des Dispozinses?
Ja, wenn der Dispo regelmäßig genutzt wird. Bei einem Wechsel von einer Bank mit 13 % Dispozins zu einer mit 8 % spart eine Person mit 2.000 € Dauer-Dispo rund 100 € pro Jahr. Über fünf Jahre also 500 €.
Der Wechsel ist heute unkompliziert. Die meisten Banken bieten einen Kontowechselservice, bei dem Daueraufträge und Lastschriften automatisch übertragen werden. Empfehlenswert sind DKB und C24, weil beide das kostenlose Girokonto mit einem niedrigen Dispozins kombinieren.
Schluss mit teurem Dispo
Wer sein Konto regelmäßig überzieht, zahlt bei der falschen Bank schnell mehrere Hundert Euro Zinsen pro Jahr. Mit DKB oder C24 sichern Sie sich einen der niedrigsten Dispozinsen am Markt, kombiniert mit einem dauerhaft kostenlosen Girokonto.
✓ Kostenloses Girokonto ✓ BaFin-reguliert ✓ Einlagensicherung bis 100.000 €
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Zum VergleichQuellen
- BaFin: Verbraucherinformationen Girokonto und Dispositionskredit (bafin.de)
- Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik und MFI-Zinsen (bundesbank.de)
- Eigenrecherche auf den Websites und in den Preis-Leistungsverzeichnissen der genannten Banken (Stand Mai 2026).
Stand der Angaben: Mai 2026. Alle Informationen wurden sorgfältig recherchiert. Variable Zinssätze können sich jederzeit ändern. Für Vollständigkeit und Aktualität kann keine Gewähr übernommen werden.