Geschäftskonto Kosten: Was ein Firmenkonto wirklich kostet
Die Grundgebühr sagt wenig über die tatsächlichen Kosten. Zwischen 0 € und 39 € netto pro Monat liegt allein die Kontoführung, dazu kommen Buchungs-, Karten- und Bargeldgebühren. Wir zerlegen alle Gebührenarten, vergleichen die wichtigsten Anbieter und rechnen Ihr persönliches Kostenprofil aus.
Das Wichtigste auf einen Blick
Vier Kostenblöcke
Grundgebühr, Buchungen, Karten und Bargeld. Nur wer alle vier zusammenrechnet, kennt die echten Jahreskosten seines Geschäftskontos.
Preise meist netto
Anbieter wie Qonto, Kontist oder Finom weisen zzgl. Umsatzsteuer aus. Vorsteuerabzugsberechtigte zahlen effektiv den Nettopreis.
Bargeld ist der Preistreiber
Die meisten digitalen Anbieter erlauben gar keine Bareinzahlung. Wer Bargeld einzahlt, zahlt schnell mehrere hundert Euro im Jahr.
Inhaltsverzeichnis
Was kostet ein Geschäftskonto?
Von dauerhaft kostenlos bis über 600 € pro Jahr, und warum die Spanne so groß ist
Ein Geschäftskonto kostet 2026 zwischen 0 € und rund 50 € pro Monat an reiner Kontoführungsgebühr. Diese Spanne allein entscheidet über einen Unterschied von bis zu 600 € im Jahr. Entscheidender für Ihre tatsächlichen Geschäftskonto Kosten ist aber, was der Anbieter zusätzlich berechnet: jede Überweisung, jede Bargeldabhebung, jede zusätzliche Karte und jede Schnittstelle zum Steuerberater kann separat abgerechnet werden.
Deshalb lässt sich die Frage „Was kostet ein Firmenkonto?“ nicht mit einer Zahl beantworten. Ein Konto für 0 € Grundgebühr kann bei 120 Buchungen im Monat teurer sein als ein Tarif für 19 €, in dem 60 Buchungen enthalten sind. Umgekehrt zahlt ein Freiberufler mit zehn Überweisungen pro Monat bei einem Premium-Tarif jahrelang für Leistungen, die er nie nutzt.
Drei Preisklassen am Markt
pro Monat
Kostenlose Basistarife digitaler Anbieter, meist für Freiberufler, Solo-Selbstständige und Einzelunternehmen. Begrenzte Freibuchungen, keine Bareinzahlung.
pro Monat
Tarife mit größeren Freikontingenten, Unterkonten mit eigener IBAN, Buchhaltungsanbindung und mehreren Karten. Für die meisten kleinen Betriebe der wirtschaftliche Sweetspot.
pro Monat
Filialbanken mit persönlicher Beratung sowie Premium-Tarife digitaler Anbieter mit Teamrollen, DATEV inklusive und sehr niedrigen Buchungspreisen.
Die Grundgebühr ist nur die Spitze des Eisbergs
Ein Konto mit 0 € Grundgebühr und 0,40 € je Buchung kostet bei 100 Buchungen im Monat 38 € plus mögliche Bargeld- und Kartengebühren. Ein Tarif für 10 € mit 75 Freiposten liegt im selben Szenario bei rund 14,75 €. Die scheinbar teurere Option ist hier knapp zwei Drittel günstiger.
Wer muss überhaupt ein Geschäftskonto führen?
Für Kapitalgesellschaften ist die Sache eindeutig: GmbH, UG (haftungsbeschränkt) und AG sind eigene Rechtspersonen und benötigen zwingend ein separates Konto, schon weil das Stammkapital dort eingezahlt werden muss. Ein Privatkonto ist keine Option.
Für Freiberufler, Einzelunternehmer und Kleingewerbetreibende gibt es dagegen keine gesetzliche Pflicht. Praktisch führt aber kaum ein Weg daran vorbei: Die meisten Banken untersagen die gewerbliche Nutzung von Privatkonten in ihren AGB und kündigen im Zweifel. Hinzu kommt, dass die Vermischung privater und geschäftlicher Umsätze bei einer Betriebsprüfung regelmäßig zu Rückfragen führt. Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber zum Geschäftskonto eröffnen.
Pflicht zum Geschäftskonto
- GmbH (Stammkapital 25.000 €)
- UG (haftungsbeschränkt), ab 1 € Stammkapital
- AG und andere Kapitalgesellschaften
- Eingetragene Vereine mit Geschäftsbetrieb
Dringend empfohlen
- Freiberufler und Solo-Selbstständige
- Einzelunternehmen und Kleingewerbe
- Kleinunternehmer nach § 19 UStG
- GbR und andere Personengesellschaften
Die vier Kostenblöcke im Detail
Grundgebühr, Buchungen, Karten und Bargeld: aus diesen Bausteinen setzen sich Ihre Gebühren zusammen
Grundgebühr
Der Fixkostenblock. Fällt unabhängig von der Nutzung an und bestimmt Ihre Untergrenze.
Buchungen
Der variable Block. Jede SEPA-Überweisung und Lastschrift über dem Freikontingent kostet extra.
Karten
Eine Debitkarte ist fast überall inklusive. Teuer wird es bei Zusatzkarten für Mitarbeiter.
Bargeld
Der unterschätzte Block. Für bargeldintensive Betriebe oft der größte Einzelposten.
1 Kontoführungsgebühr
Die monatliche Kontoführungsgebühr ist der einzige Posten, den Sie exakt vorhersagen können. Sie fällt an, ob Sie das Konto nutzen oder nicht. Digitale Anbieter staffeln ihre Tarife nach Leistungsumfang, klassische Banken oft nach Rechtsform und Umsatzgröße.
Wichtig: Bei mehreren Anbietern ist der kostenlose Einstiegstarif an Bedingungen geknüpft. Fyrst BASE ist nur für natürliche Personen dauerhaft kostenlos, GmbH und UG zahlen nach sechs Freimonaten 6 € pro Monat. Kontist Free setzt einen monatlichen Habenumsatz von mindestens 300 € voraus, andernfalls werden 2 € berechnet. Qonto Starter steht ausschließlich Freiberuflern und Einzelunternehmen offen.
Praxistipp: Jahreszahlung senkt den Grundpreis bei mehreren Anbietern deutlich. Holvi gewährt bis zu 50 % Rabatt, Qonto und Finom rund 10 % bis 20 %. Rechnen Sie den Rabatt gegen die längere Bindung: Wenn Sie den Anbieter nach vier Monaten wechseln wollen, ist der Jahresbeitrag verloren.
2 Buchungs- und Transaktionsgebühren
Jede beleglose SEPA-Überweisung, jede Lastschrift und je nach Anbieter auch jede Echtzeitüberweisung zählt gegen ein monatliches Freikontingent. Ist es aufgebraucht, wird pro Posten abgerechnet. Genau hier entstehen die Kostenunterschiede, die im Preisaushang leicht zu übersehen sind.
| Transaktionsart | Typische Gebühr | Bei 100 Vorgängen im Monat |
|---|---|---|
| SEPA-Überweisung (im Freikontingent) | 0,00 € | 0,00 € |
| SEPA-Überweisung (über Kontingent) | 0,04 € bis 0,40 € | 4,00 € bis 40,00 € |
| SEPA-Lastschrift | 0,00 € bis 0,20 € | 0,00 € bis 20,00 € |
| SEPA-Echtzeitüberweisung | 0,00 € bis 0,35 € | 0,00 € bis 35,00 € |
| Beleghafte Überweisung am Schalter | 1,50 € bis 5,00 € | 150,00 € bis 500,00 € |
| Rücklastschrift | 3,00 € bis 10,00 € | je Vorgang, nicht planbar |
| SWIFT-Überweisung (Fremdwährung) | 5,00 € oder 0,56 % bis 1,8 % | ab 500,00 € |
Achtung bei Volumenmodellen: Finom rechnet nicht nach Stückzahl, sondern nach Überweisungsvolumen ab. Im Solo-Tarif sind 2.500 € pro Monat frei, darüber fallen 0,3 % auf den übersteigenden Betrag an. Zwei große Zahlungen können damit teurer sein als zweihundert kleine.
3 Karten und Zusatzleistungen
Eine Debit Mastercard oder Visa Business Debit ist bei praktisch allen digitalen Anbietern im Grundpreis enthalten. Kosten entstehen erst bei Zusatzkarten, physischen Karten in Gratis-Tarifen und Schnittstellen. Wer für fünf Mitarbeitende je eine Karte bestellt, zahlt schnell mehr als für die Kontoführung selbst.
Typische Zusatzkosten pro Jahr
- Physische Karte im Gratis-Tarif29 €
- Girocard als Zusatzkarte0 € bis 30 €
- Karte mit erhöhtem Limit72 € bis 96 €
- DATEV-Schnittstelle als Zusatzmodul36 € bis 60 €
- Kontoauszüge per Post12 € bis 36 €
- Ersatzkarte nach Verlust10 € bis 15 €
Meist ohne Aufpreis enthalten
- Eine physische Debitkarte in Bezahl-Tarifen
- Virtuelle Karten für Online-Abos
- Apple Pay und Google Pay
- Elektronische Kontoauszüge und CSV-Export
- Push-Benachrichtigungen in der App
- Online-Banking und Freigabeverfahren
4 Bargeld: der teuerste Posten
Bei rein digitalen Anbietern ist eine Bargeldeinzahlung in aller Regel gar nicht vorgesehen. Qonto, Kontist, Holvi, Vivid und Finom bieten sie nicht an. Unter den bekannten digitalen Geschäftskonten führt Fyrst als Tochter der Deutschen Bank Gruppe eine echte Einzahlung, in Postbank-Filialen für 3 € je angefangene 5.000 € oder per Bargeld-Code im Einzelhandel mit 1,5 % vom Betrag.
Für Abhebungen gilt: Fyrst rechnet an rund 7.000 Cash-Group-Automaten kostenlos ab, Qonto und Kontist verlangen 2 € pro Vorgang, Holvi 2 % bis 2,5 % vom Betrag. Vivid stellt gestaffelte Freibeträge bereit, im Tarif Free Start 100 € pro Monat, danach 2 %.
Rechenbeispiel Einzelhandel
Ein Ladengeschäft zahlt wöchentlich 2.000 € Bargeld ein. Bei einer Einzahlung über den Bargeld-Code im Einzelhandel (1,5 %) sind das 30 € pro Woche.
Wer bargeldintensiv arbeitet, sollte die Einzahlung bündeln und den günstigsten Einzahlungsweg gezielt wählen.
Netto oder brutto? Der Stolperstein beim Preisvergleich
Warum 9 € bei einem Anbieter mehr sein können als 10 € bei einem anderen
Geschäftskonten richten sich an Unternehmen, deshalb geben viele Anbieter ihre Preise netto an, also zzgl. 19 % Umsatzsteuer. Qonto, Kontist und Finom weisen ihre Tarife so aus. Klassische Banken nennen dagegen häufig Bruttopreise. Wer beide Angaben unbesehen nebeneinanderstellt, vergleicht Äpfel mit Birnen.
| Tarif | Preis netto | Preis brutto (19 %) | Effektiv mit Vorsteuerabzug |
|---|---|---|---|
| Kontist Start | 11,00 € | 13,09 € | 11,00 € |
| Qonto Basic (Jahreszahlung) | 9,00 € | 10,71 € | 9,00 € |
| Finom Basic | 8,99 € | 10,70 € | 8,99 € |
| Kleinunternehmer nach § 19 UStG | Kein Vorsteuerabzug möglich, es zählt immer der Bruttopreis | ||
Regelbesteuerung
Sie sind vorsteuerabzugsberechtigt und holen sich die Umsatzsteuer über die Umsatzsteuervoranmeldung zurück. Für Sie zählt der Nettopreis als reale Belastung.
Kleinunternehmerregelung
Ohne Vorsteuerabzug zahlen Sie den Bruttopreis. Aus 11 € netto werden 13,09 €, aufs Jahr gerechnet ein Unterschied von rund 25 €. Mehr dazu im Ratgeber kostenloses Geschäftskonto für Kleinunternehmer.
Geschäftskonto Kosten im Anbietervergleich
Sechs verbreitete Anbieter, alle Gebührenbausteine nebeneinander
Kostenübersicht der Einstiegstarife
| Anbieter | Grundgebühr | Buchungen frei | Danach je Posten | Bargeld abheben | Bargeld einzahlen |
|---|---|---|---|---|---|
| Fyrst BASE Deutsche Bank Gruppe |
0,00 € GmbH/UG: 6,00 € |
50 | 0,19 € | kostenlos Cash Group |
möglich 3 € je 5.000 € |
| Vivid Free Start | 0,00 € | SEPA unbegrenzt | 0,00 € | 100 € frei, dann 2 % | nicht möglich |
| Qonto Starter nur Freiberufler |
0,00 € | 5 | 0,20 € | 2,00 € | nicht möglich |
| Kontist Free nur Solo-Selbstständige |
0,00 € ab 300 € Umsatz |
5 | 0,25 € bis 0,40 € | 2,00 € | nicht möglich |
| Holvi Flex | 0,00 € | 0 | 0,25 € | 2 % bis 2,5 % | nicht möglich |
| Finom Solo nur Einzelunternehmen |
0,00 € | bis 2.500 € Volumen | 0,3 % über Limit | tarifabhängig | nicht möglich |
| Filialbank (Beispielrechnung) | 10,00 € bis 25,00 € | 20 bis 100 | 0,18 € bis 0,25 € | kostenlos am eigenen Automaten | möglich, oft mit Entgelt |
Hinweis: Preise verstehen sich bei Qonto, Kontist und Finom zzgl. Umsatzsteuer. Die Konditionen können sich ändern, maßgeblich ist immer das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters. Alle Tarifstufen und Leistungen im Detail finden Sie in unserem großen Geschäftskonto-Vergleich.
Die günstigsten Konten nach Nutzungsprofil
Fyrst BASE
Bestes Gesamtpaket bei den Kosten
Für Freiberufler, Selbstständige und Einzelunternehmen dauerhaft ohne Grundgebühr, mit dem größten Freikontingent unter den Gratis-Tarifen.
- 50 Freibuchungen pro Monat, danach 0,19 € je Posten
- Bargeld abheben an rund 7.000 Cash-Group-Automaten ohne Entgelt
- Einziger Anbieter im Vergleich mit echter Bargeldeinzahlung
- Debit Mastercard inklusive, Girocard zubuchbar
- GmbH und UG: 6 € monatlich nach sechs Freimonaten
- DATEV-Schnittstelle in BASE und COMPLETE: 5 € Aufpreis
Kontoeröffnung online, Legitimation per VideoIdent oder PostIdent
Vivid Business
Bestes Konto bei vielen Buchungen
Free Start ohne Grundgebühr, auch für GmbH und UG. SEPA-Überweisungen sind laut aktueller Preistabelle in allen Tarifen ohne Stückpreis.
- SEPA und SEPA-Echtzeit ohne Buchungsgebühr, ohne Volumenlimit
- Unbegrenzt viele Konten mit deutscher IBAN
- Cashback auf Kartenumsätze, in Kategorien bis 6 %
- Software-Verknüpfungen zu DATEV und Lexware Office
- Keine Bargeldeinzahlung, Abhebung nur anteilig frei
- Inaktivitätsgebühr auf ungenutzte Karten im Free Start
E-Geld-Konto, Kundengelder werden getrennt verwahrt
Qonto
ab 0 €Starter dauerhaft ohne Grundgebühr für Freiberufler, Basic ab 9 € netto bei Jahreszahlung. Starke Team- und Rechnungsfunktionen.
- Starter: nur 5 Transaktionen frei
- DATEV-Anbindung, Gründungspakete
- Abhebung 2 € pro Vorgang
Kontist
ab 0 €Free ab 300 € Habenumsatz kostenlos, Start 11 € netto. Automatische Steuerrücklage in allen Tarifen.
- Free: 5 Buchungen, physische Karte 29 € p. a.
- Steuerschätzung in Echtzeit
- Nur für Einzelunternehmer und Freiberufler
Holvi
ab 0 €Flex ohne Grundgebühr, aber jede Überweisung einzeln zu 0,25 €. Bezahl-Tarife mit Rechnungs- und Buchhaltungstools.
- Flex: keine Freibuchungen
- Umsatzsteuervorschau, Online-Shop
- DATEV-Anbindung kostet extra
Finom
ab 0 €Solo ohne Grundgebühr, Basic 8,99 € netto. Abrechnung nach Überweisungsvolumen statt nach Stückzahl.
- Solo: frei bis 2.500 € Volumen
- DATEV in allen Tarifen, Cashback bis 3 %
- 0,3 % auf den Betrag über dem Limit
Die mit einem Pfeil gekennzeichneten Links führen zu den Anbietern. Bei einem Vertragsabschluss erhält Bankdaten.de eine Provision, für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht.
Kostenrechner: Was zahlen Sie wirklich?
Stellen Sie Ihr Nutzungsprofil ein und sehen Sie sofort, welches Geschäftskonto für Sie am günstigsten ist
Ihr Nutzungsprofil
Überweisungen und Lastschriften zusammen
Gerechnet wird mit 200 € je Abhebung
Anbieter ohne Einzahlung werden dann ausgeblendet
Ihr Kostenranking
Angaben netto pro MonatDer Rechner arbeitet mit vereinfachten Modellannahmen auf Basis der veröffentlichten Preisverzeichnisse (Stand: August 2026). Berücksichtigt werden Grundgebühr, Buchungen über dem Freikontingent, Bargeldabhebungen und Bargeldeinzahlungen. Nicht berücksichtigt sind Zusatzkarten, Fremdwährungsentgelte, Schnittstellenmodule und Aktionsrabatte. Volumenbasierte Modelle wie Finom Solo lassen sich nicht stückzahlbasiert abbilden und sind deshalb nicht im Ranking enthalten. Maßgeblich sind stets die aktuellen Konditionen des Anbieters.
Geschäftskonto Kosten nach Unternehmensprofil
Vier typische Fälle, jeweils durchgerechnet auf zwölf Monate
Freiberufler
15 Buchungen, kein Bargeld
Ein Gratis-Tarif mit ausreichend Freibuchungen reicht vollständig aus. Ein Bezahl-Tarif bringt hier keinen Mehrwert.
Einzelhandel
60 Buchungen, 4 Einzahlungen
Bargeld dominiert die Rechnung. Anbieter ohne Einzahlungsmöglichkeit scheiden hier komplett aus.
GmbH
80 Buchungen, 3 Karten
Ein größerer Tarif mit mehr Freiposten wäre hier günstiger als der Basistarif mit Nachzahlungen.
Filialbank
80 Buchungen, klassisch
Dieselbe Nutzung wie in Profil 3, aber ohne Buchhaltungsanbindung. Persönliche Beratung ist der einzige Gegenwert.
Sparpotenzial durch einen Kontowechsel
Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Modell in diesen vier Profilen liegen fast 400 € pro Jahr, bei praktisch identischem Leistungsumfang im Zahlungsverkehr. Ein Kontowechsel ist bei Geschäftskonten jederzeit möglich, feste Mindestlaufzeiten gibt es nicht.
Acht versteckte Kosten beim Geschäftskonto
Diese Posten stehen im Preisverzeichnis, aber selten in der Werbung
Bargeldeinzahlung
Die meisten digitalen Anbieter bieten sie gar nicht an. Wo sie möglich ist, kostet sie 3 € je angefangene 5.000 € in der Filiale oder bis zu 1,5 % vom Betrag im Einzelhandel.
Gegenmittel: Einzahlungen bündeln und den Einzahlungsweg bewusst wählen.
Mindestumsatz im Gratis-Tarif
Kontist Free ist nur bei mindestens 300 € Habenumsatz im Monat kostenlos, sonst werden 2 € berechnet. Das trifft besonders Gründer in der Anlaufphase und Nebenberufler.
Gegenmittel: Vor der Eröffnung prüfen, ob der Umsatz die Schwelle sicher erreicht.
DATEV als Zusatzmodul
Die Schnittstelle zum Steuerberater ist längst nicht überall inklusive. Bei Fyrst kostet sie in BASE und COMPLETE 5 € monatlich, bei Holvi steht sie erst im höheren Tarif bereit.
Gegenmittel: Schnittstellenkosten in den Tarifvergleich einrechnen.
Fremdwährungsentgelt
Zahlungen in US-Dollar, Pfund oder Franken werden mit einem Aufschlag belegt. Bei 20.000 € Auslandsumsatz im Jahr sind das 200 € bis 400 € allein an Entgelten.
Gegenmittel: Für Fremdwährung eine Firmenkreditkarte ohne Aufschlag nutzen.
Rücklastschriften
Bucht ein Kunde eine Lastschrift zurück, trägt in der Regel Ihr Unternehmen die Gebühr. Bei zehn Rückläufern im Monat summiert sich das auf bis zu 1.200 € im Jahr.
Gegenmittel: Bonität neuer Kunden prüfen und Zahlungsausfälle früh nachfassen.
Inaktive Karten
Vivid berechnet im Tarif Free Start 1 € monatlich pro ungenutzter virtueller und 2 € pro ungenutzter physischer Karte. Eine bestellte und vergessene Karte kostet dauerhaft Geld.
Gegenmittel: Nicht benötigte Karten in der App löschen.
Kontoüberziehung
Wer sein Geschäftskonto ins Minus zieht, zahlt zweistellige Zinssätze. 5.000 € über drei Monate bei 12 % ergeben rund 150 € Zinsen.
Gegenmittel: Vorab einen Kontokorrentkredit vereinbaren statt ungeplant zu überziehen. Siehe Dispozinsen im Vergleich.
Papierkontoauszüge
Der Postversand kostet 1 € bis 3 € im Monat, teils zusätzlich pro Blatt. Elektronische Auszüge sind steuerlich vollständig anerkannt und meist kostenlos.
Gegenmittel: Auf elektronische Auszüge umstellen und regelmäßig archivieren.
Unterm Strich: 100 € bis 500 € im Jahr
Versteckte Gebühren machen bei aktiven Konten oft mehr aus als die Grundgebühr selbst. Ein Konto mit 0 € Kontoführung kann dadurch teurer werden als ein transparenter Tarif für 19 €. Lesen Sie vor der Eröffnung immer das Preis- und Leistungsverzeichnis und rechnen Sie Ihr eigenes Nutzungsverhalten durch, nicht das Werbebeispiel des Anbieters.
Filialbank oder Onlinebank: Wo liegt der Kostenunterschied?
Gleiches Nutzungsprofil, zwei sehr unterschiedliche Rechnungen
Klassische Filialbank
Standardkonto für Gewerbetreibende
- Persönlicher Ansprechpartner vor Ort
- Bargeldservice und Kreditgespräche in der Filiale
- Kleine Freikontingente, viele Einzelentgelte
Digitales Geschäftskonto
Gratis-Tarif mit großem Freikontingent
- Kontoeröffnung online in rund zehn Minuten
- Buchhaltungsanbindung und Belegverwaltung integriert
- Beratung nur digital, Bargeld oft gar nicht möglich
pro Jahr, bei identischem Zahlungsverkehr und identischem Bargeldbedarf
Günstiges Geschäftskonto ansehenGeschäftskonto Kosten steuerlich absetzen
Warum die reale Belastung deutlich unter der Rechnung liegt
Sämtliche Gebühren für ein Geschäftskonto sind Betriebsausgaben und mindern damit den steuerpflichtigen Gewinn. Das gilt für die Kontoführungsgebühr genauso wie für Buchungsentgelte, Kartengebühren, Bargeldentgelte und Kosten für Schnittstellen. Sie erfassen die Beträge in der Einnahmenüberschussrechnung oder in der Buchhaltung als Nebenkosten des Geldverkehrs.
Beispielrechnung: 456 € Kontogebühren im Jahr
Das ändert nichts daran, dass ein günstigeres Konto vorteilhafter bleibt: Von jedem gesparten Euro bleiben nach Steuern immer noch rund 65 Cent im Unternehmen. Die Steuerersparnis reduziert die Differenz, sie hebt sie nicht auf.
Wichtig bei gemischt genutzten Konten: Wer geschäftliche Umsätze über ein Privatkonto abwickelt, kann die Kontoführungsgebühren nur anteilig ansetzen und muss die betriebliche Nutzung nachweisen. Ein separates Geschäftskonto macht die Zuordnung eindeutig und spart Diskussionen bei der Betriebsprüfung. Bei individuellen steuerlichen Fragen ist eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater der richtige Ansprechpartner.
Sieben Wege zu niedrigeren Kontogebühren
Sofort umsetzbar, ohne Kompromisse beim Leistungsumfang
Buchungsvolumen ehrlich schätzen
Zählen Sie drei zurückliegende Monate aus. Liegen Sie regelmäßig über dem Freikontingent, ist ein Bezahl-Tarif mit größerem Kontingent fast immer günstiger als der Gratis-Tarif mit Nachzahlung.
Zahlungen bündeln
Statt Lieferantenrechnungen einzeln zu begleichen, führen Sie einmal wöchentlich einen Sammellauf aus. Bei 0,25 € je Posten und 40 vermiedenen Buchungen sind das 120 € im Jahr.
Jahreszahlung nutzen
Holvi gewährt bis zu 50 % Rabatt bei jährlicher Abrechnung, Qonto und Finom rund 10 % bis 20 %. Sinnvoll, sobald Sie sich beim Anbieter sicher sind.
Bargeld reduzieren
Jede vermiedene Einzahlung spart bares Geld. Kartenzahlung am Point of Sale und Rechnungsstellung per Überweisung senken den Bargeldanteil und damit die teuerste Gebührenposition.
Auf digitale Auszüge umstellen
Elektronische Kontoauszüge sind steuerlich anerkannt und in aller Regel kostenlos. Der Postversand kostet dagegen 12 € bis 36 € im Jahr, ohne jeden Zusatznutzen.
Kartenbestand aufräumen
Prüfen Sie einmal jährlich, welche Karten tatsächlich genutzt werden. Ungenutzte Karten verursachen bei manchen Anbietern eine Inaktivitätsgebühr, bei anderen eine Jahresgebühr.
Anbieter jährlich neu bewerten
Geschäftskonten kennen keine Mindestlaufzeit, die Kündigungsfrist liegt meist bei einem Monat. Das Kontingent, das vor zwei Jahren gepasst hat, ist heute oft zu klein oder zu groß. Ein jährlicher Abgleich zwischen Ihrem Nutzungsprofil und dem Markt kostet zwanzig Minuten und bringt regelmäßig dreistellige Beträge.
Zum großen Geschäftskonto-VergleichHäufige Fragen zu den Kosten eines Geschäftskontos
Die Antworten auf die meistgestellten Fragen unserer Leserinnen und Leser
Was kostet ein Geschäftskonto im Monat?
Die Kontoführungsgebühr liegt 2026 zwischen 0 € und rund 50 € pro Monat. Digitale Anbieter starten bei 0 € für Freiberufler und Einzelunternehmen, ihre Mittelklasse-Tarife kosten 7 € bis 19 € netto. Klassische Filialbanken verlangen für Gewerbekonten meist 10 € bis 25 €, für Firmenkundenkonten mit Beratung auch 30 € bis 50 €.
Zu dieser Grundgebühr kommen Buchungsentgelte über dem Freikontingent, Kartengebühren und Bargeldentgelte hinzu. Die realistische Gesamtrechnung für ein aktiv genutztes Geschäftskonto bewegt sich deshalb zwischen 0 € und rund 40 € im Monat.
Gibt es wirklich kostenlose Geschäftskonten?
Ja, mehrere Anbieter führen dauerhaft kostenlose Einstiegstarife: Fyrst BASE, Vivid Free Start, Qonto Starter, Kontist Free, Holvi Flex und Finom Solo. „Kostenlos“ bezieht sich dabei ausschließlich auf die monatliche Grundgebühr.
Der Unterschied steckt im Kleingedruckten: Holvi Flex enthält keine Freibuchungen und berechnet jede Überweisung mit 0,25 €. Kontist Free und Qonto Starter enthalten je fünf Transaktionen. Fyrst BASE ist mit 50 Freibuchungen der großzügigste Gratis-Tarif, bei GmbH und UG kostet er nach sechs Monaten allerdings 6 € monatlich.
Eine detaillierte Gegenüberstellung finden Sie in unserem Ratgeber kostenloses Geschäftskonto für Kleinunternehmer.
Lohnt sich ein Tarif mit höherer Grundgebühr?
Das hängt allein an Ihrem Buchungsvolumen. Die Rechnung ist einfach: Teilen Sie den Aufpreis des größeren Tarifs durch den Buchungspreis des kleineren Tarifs. Kostet der Aufpreis 11 € und liegt der Buchungspreis im Gratis-Tarif bei 0,40 €, rechnet sich der Wechsel ab etwa 28 zusätzlichen Buchungen pro Monat.
Bei mehr als 100 Buchungen im Monat sind Tarife mit Buchungspauschale oder sehr niedrigem Stückpreis fast immer im Vorteil. Nutzen Sie unseren Kostenrechner, um die Schwelle für Ihr Profil zu bestimmen.
Welche Bank ist die günstigste für ein Geschäftskonto?
Es gibt keinen Anbieter, der für jedes Profil der günstigste ist. Für Freiberufler mit wenigen Buchungen ist jeder Gratis-Tarif ausreichend. Für Selbstständige mit 30 bis 50 Buchungen liegt Fyrst BASE vorn, weil 50 Posten enthalten sind. Bei sehr hohem Buchungsvolumen ist Vivid im Vorteil, da SEPA-Überweisungen ohne Stückpreis abgerechnet werden.
Sobald Bargeldeinzahlungen nötig sind, schrumpft das Feld drastisch: Unter den bekannten digitalen Anbietern führt allein Fyrst eine echte Einzahlung. Alle anderen bieten sie gar nicht an.
Sind Geschäftskonto-Gebühren steuerlich absetzbar?
Ja, vollständig. Kontoführungsgebühren, Buchungsentgelte, Kartengebühren und Bargeldentgelte sind Betriebsausgaben und mindern den steuerpflichtigen Gewinn. Bei Regelbesteuerung kommt der Vorsteuerabzug hinzu, sodass die reale Belastung deutlich unter der Rechnungssumme liegt.
Bei einem gemischt genutzten Privatkonto ist nur der betriebliche Anteil ansetzbar, und der muss nachgewiesen werden. Ein separates Geschäftskonto macht die Zuordnung eindeutig.
Warum sind die Preise oft ohne Umsatzsteuer angegeben?
Weil sich Geschäftskonten an Unternehmen richten und die meisten Kundinnen und Kunden vorsteuerabzugsberechtigt sind. Für sie ist der Nettopreis die relevante Größe. Qonto, Kontist und Finom weisen ihre Tarife daher zzgl. 19 % Umsatzsteuer aus.
Für Kleinunternehmer nach § 19 UStG gilt das nicht: Ohne Vorsteuerabzug zahlen sie den Bruttopreis. Aus 11 € netto werden 13,09 €, aus 19 € netto 22,61 €. Achten Sie beim Vergleich darauf, dass Sie durchgehend Netto- mit Netto- oder Brutto- mit Bruttopreisen vergleichen.
Was kostet die Bargeldeinzahlung auf ein Geschäftskonto?
Die meisten digitalen Anbieter (Qonto, Kontist, Holvi, Vivid, Finom) bieten überhaupt keine Bargeldeinzahlung an. Fyrst ermöglicht sie in Postbank-Filialen für 3 € je angefangene 5.000 €, in den Tarifen COMPLETE und PREMIUM für 2,50 €. Alternativ ist eine Einzahlung per Bargeld-Code im Einzelhandel möglich, dann fallen 1,5 % vom Betrag an.
Bei Filialbanken sind Einzahlungen üblich, aber selten kostenlos. Für bargeldintensive Betriebe ist dieser Posten häufig die größte Einzelposition der gesamten Kontokosten.
Kann ich mein Geschäftskonto jederzeit wechseln?
Ja. Geschäftskonten haben in der Regel keine Mindestvertragslaufzeit, die Kündigungsfrist beträgt meist einen Monat. Bei Jahrestarifen ist der bereits gezahlte Beitrag allerdings oft nicht anteilig erstattungsfähig, das sollten Sie beim Timing berücksichtigen.
Planen Sie beim Wechsel eine Überlappungsphase von ein bis zwei Monaten ein. In dieser Zeit informieren Sie Kunden über die neue IBAN, stellen Daueraufträge und Lastschriftmandate um und passen Rechnungsvorlagen an. Nach § 675 BGB unterstützen Banken auf Wunsch bei der Kontowechselhilfe.
Was kostet ein Geschäftskonto für eine GmbH?
Für Kapitalgesellschaften sind die Gratis-Tarife häufig gesperrt oder eingeschränkt. Fyrst BASE kostet für GmbH und UG nach sechs Freimonaten 6 € pro Monat. Kontist akzeptiert ausschließlich Einzelunternehmer und Freiberufler. Qonto Starter steht ebenfalls nur natürlichen Personen offen, die KMU-Tarife beginnen bei 9 € netto.
Realistisch sollten Sie für ein GmbH-Konto mit 0 € bis 20 € netto pro Monat planen, je nach Buchungsvolumen und Anzahl der Nutzerzugänge. Vivid Free Start ist einer der wenigen dauerhaft kostenlosen Tarife, der auch GmbH und UG offensteht. Hinzu kommen einmalige Kosten für ein Gründungskonto, wenn das Stammkapital eingezahlt werden muss.
Wie erkenne ich versteckte Gebühren vor der Kontoeröffnung?
Verlangen Sie das vollständige Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht nur die Tarifübersicht auf der Startseite. Prüfen Sie gezielt sieben Punkte: Buchungspreis über dem Freikontingent, Entgelt für Echtzeitüberweisungen, Bargeldabhebung und -einzahlung, Fremdwährungsaufschlag, Kosten für zusätzliche Karten, Preis der Buchhaltungsschnittstelle und Mindestumsatz- oder Inaktivitätsklauseln.
Ein nützlicher Test: Rechnen Sie einen typischen Monat Ihres Unternehmens komplett durch, mit echten Zahlen aus Ihrem bisherigen Konto. Werbebeispiele der Anbieter sind fast immer auf den günstigsten Fall zugeschnitten.
Redaktionelle Einordnung
Ringo Dühmke, Finanzredakteur & zertifizierter Finanzberater (§ 34f GewO)
Beim Thema Geschäftskonto Kosten wird in der Werbung fast ausschließlich über die Grundgebühr gesprochen. In der Praxis entscheidet aber die Kombination aus Freikontingent, Buchungspreis und Bargeldregelung darüber, was Sie am Jahresende tatsächlich gezahlt haben. Genau deshalb ist die Frage nach dem „günstigsten Geschäftskonto“ ohne Kenntnis des eigenen Nutzungsprofils nicht seriös zu beantworten.
Unsere Einschätzung: Für die meisten Solo-Selbstständigen und kleinen Betriebe reicht ein kostenloser Tarif mit ausreichendem Freikontingent vollständig aus. Sobald regelmäßig mehr als 50 Buchungen anfallen, lohnt der Blick auf Tarife mit Buchungspauschale. Wer Bargeld einzahlen muss, hat am Markt der digitalen Anbieter dagegen nur sehr wenige Optionen und sollte diesen Punkt zuerst prüfen, bevor er sich mit Grundgebühren beschäftigt.
Alle genannten Konditionen stammen aus den öffentlich zugänglichen Preis- und Leistungsverzeichnissen der Anbieter (Stand: August 2026). Konditionen können sich jederzeit ändern, maßgeblich sind stets die aktuellen Angaben des jeweiligen Anbieters. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung.
Kontogebühren senken, ohne Leistung zu verlieren
Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Geschäftskonto liegen in typischen Nutzungsprofilen bis zu 480 € pro Jahr. Prüfen Sie in fünf Minuten, welcher Tarif zu Ihrem Buchungsvolumen passt.
✓ Kontoeröffnung online ✓ Keine Mindestlaufzeit ✓ Gebühren voll absetzbar
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