RATGEBER GESCHÄFTSKONTO

Kostenloses Geschäftskonto für Kleinunternehmer

Anbieter, Rechtsform-Filter, Kostenfallen

Fünf Anbieter führen dauerhaft kostenlose Tarife: Qonto Starter, Fyrst Base, Vivid Free Start, Kontist Free und N26 Business. Entscheidend ist Ihre Rechtsform, denn die meisten 0-Euro-Tarife gelten nur für Freiberufler und Einzelunternehmer. Eine gesetzliche Kontopflicht besteht für Einzelunternehmer nicht, für GmbH und UG dagegen schon.

16 Min. Lesezeit Geprüft am 08.09.2026 Ringo Dühmke
5
Anbieter mit dauerhaft kostenlosem Tarif
0 €
Grundgebühr, aber nicht bei jeder Rechtsform
25.000 €
Vorjahresumsatz als Kleinunternehmergrenze
keine
Kontopflicht für Einzelunternehmer

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rechtsform ist der harte Filter. Qonto Starter, Kontist Free und N26 Business stehen nur Freiberuflern und Einzelunternehmern offen. Für GmbH und UG bleibt in der 0-Euro-Klasse praktisch nur Vivid Free Start.
  • Fyrst Base ist für Freiberufler und Einzelunternehmer dauerhaft kostenlos. Personen- und Kapitalgesellschaften zahlen dort ab dem 7. Monat 6 € monatlich (Stand 08.09.2026).
  • Kontist Free ist an einen monatlichen Habenumsatz von 300 € gekoppelt. Wer darunter bleibt, zahlt eine Inaktivitätsgebühr. Das steht in keiner Werbeanzeige.
  • Kostenlose Tarife arbeiten fast alle mit Freiposten. Bei Qonto Starter und Kontist Free sind es fünf Buchungen im Monat, danach greift ein Stückpreis.
  • Einzelunternehmer und Freiberufler brauchen kein Geschäftskonto. Trotzdem verbieten die meisten Banken die geschäftliche Nutzung eines Privatkontos in ihren Bedingungen.
GRUNDLAGEN

Brauchen Kleinunternehmer überhaupt ein Geschäftskonto?

Die Antwort hängt an der Rechtsform, nicht am Umsatz. Und selbst dort, wo keine Pflicht besteht, gibt es einen guten Grund, trotzdem eines zu führen.

Rechtsform Gesetzliche Pflicht Warum Praxis
Freiberuflerneinkeine Trennung von Privat- und Betriebsvermögen vorgeschriebendringend empfohlen
Einzelunternehmerneinhaftet ohnehin mit dem Privatvermögendringend empfohlen
GbRfaktisch jagemeinsames Vermögen mehrerer Gesellschafterpraktisch unverzichtbar
UG (haftungsbeschränkt)jaeigenes Rechtssubjekt, Stammkapital muss eingezahlt werdenzwingend
GmbHjaeigenes Rechtssubjekt, getrennte Buchführungspflichtzwingend

Der Haken beim Privatkonto

Auch ohne gesetzliche Pflicht sind Sie nicht frei in der Wahl. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen fast aller Banken beschränken Privatkonten ausdrücklich auf die private Nutzung. Wer sein Girokonto geschäftlich nutzt, verstößt gegen den Vertrag.

Die Folge ist selten eine Abmahnung, sondern eine Kündigung des Kontos, meist ohne Vorwarnung und mit kurzer Frist. Wer dann mitten im Geschäftsjahr eine neue Bankverbindung sucht und allen Kunden eine neue IBAN mitteilen muss, zahlt für die vermeintliche Ersparnis deutlich drauf.

Was ein eigenes Konto praktisch bringt

  • Die Einnahmenüberschussrechnung lässt sich in Stunden statt Tagen erstellen
  • Bei einer Betriebsprüfung muss das Finanzamt nicht in private Umsätze schauen
  • Der Steuerberater rechnet nach Aufwand, sortierte Konten senken diesen direkt
  • Rücklagen für Steuern liegen sichtbar getrennt vom Haushaltsgeld
  • Eine geschäftliche IBAN wirkt bei Firmenkunden schlicht seriöser

Zwischenfazit: Die Frage lautet nicht, ob Sie ein Geschäftskonto führen sollten, sondern welches. Und weil es dauerhaft kostenlose Tarife gibt, entfällt das einzige ernsthafte Gegenargument. Wer schrittweise vorgehen will, findet die Grundlagen zur Eröffnung im Ratgeber Geschäftskonto eröffnen und den Gesamtmarkt im Geschäftskonto-Vergleich.

ABGRENZUNG

Kleinunternehmer, Kleingewerbe, Freiberufler: wer ist was?

Drei Begriffe, die ständig vermischt werden. Für die Kontowahl zählt allein die Rechtsform, nicht der Steuerstatus.

Steuerstatus

Kleinunternehmer

Ein Status nach § 19 UStG, nicht eine Rechtsform. Wer im Vorjahr höchstens 25.000 € und im laufenden Jahr höchstens 100.000 € Umsatz erzielt, führt keine Umsatzsteuer ab und weist auf Rechnungen keine aus.

Sagt nichts über die Rechtsform aus
Gewerbeart

Kleingewerbe

Ein Gewerbebetrieb, der keinen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert und deshalb nicht ins Handelsregister muss. Anmeldung beim Gewerbeamt genügt, es gilt die einfache Einnahmenüberschussrechnung.

Meist Einzelunternehmen oder GbR
Tätigkeitsart

Freiberufler

Wer einen Katalogberuf nach § 18 EStG ausübt, etwa Ärztin, Anwalt, Architektin, Journalist oder Programmiererin. Keine Gewerbeanmeldung, keine Gewerbesteuer, Anmeldung direkt beim Finanzamt.

Zählt bei Banken als Einzelperson

Warum das für die Kontowahl zählt

Banken interessiert Ihr Umsatzsteuerstatus nicht. Sie fragen nach der Rechtsform, und danach entscheidet sich, welcher Tarif Ihnen offensteht.

Ein Kleinunternehmer kann Freiberufler, Einzelunternehmer, GbR-Gesellschafter oder sogar Geschäftsführer einer UG sein. Die Kleinunternehmerregelung ist nicht an eine Rechtsform gebunden, auch eine GmbH kann sie nutzen, solange die Umsatzgrenzen eingehalten werden.

Die Grenzen seit 2025

  • 25.000 € Gesamtumsatz im Vorjahr, netto
  • 100.000 € im laufenden Jahr als harte Obergrenze
  • Wird die 100.000 € unterjährig gerissen, endet der Status ab diesem Umsatz
  • Im Gründungsjahr gilt die Grenze von 25.000 €

Rechtsgrundlage: § 19 UStG in der seit 01.01.2025 geltenden Fassung. Zuvor lagen die Werte bei 22.000 € und 50.000 €.

RECHTSFORM-CHECK

Der harte Filter: Ihre Rechtsform

Bevor Sie Konditionen vergleichen, klären Sie diese Frage. Sie streicht in der Regel mehr als die Hälfte der Angebote von der Liste.

Tarif Freiberufler Einzelunternehmen GbR UG / GmbH
Vivid Free Start ja ja ja ja, ohne Grundgebühr
Fyrst Base ja, dauerhaft 0 € ja, dauerhaft 0 € ab Monat 7 kostenpflichtig ab Monat 7 kostenpflichtig
Kontist Free ja ja eingeschränkt eingeschränkt
Qonto Starter ja ja nein nein
N26 Business Standard ja ja nein nein

Stand der Angaben: 09.09.2026, recherchiert auf den Anbieterseiten und in unabhängigen Marktübersichten. Rechtsformzugang und Preise ändern sich, maßgeblich ist stets das Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters.

Sie sind Freiberufler oder Einzelunternehmer

Sie haben die freie Auswahl. Alle fünf Tarife stehen Ihnen offen, und Sie können nach Ausstattung entscheiden statt nach Verfügbarkeit. Das betrifft die große Mehrheit der Kleinunternehmer.

Sie führen eine UG oder GmbH

Ihr Feld schrumpft drastisch. Qonto Starter und N26 Business scheiden aus, bei Fyrst wird es nach sechs Monaten kostenpflichtig. Dauerhaft ohne Grundgebühr bleibt in dieser Auswahl Vivid Free Start. Prüfen Sie zusätzlich, ob Sie ein Konto zur Einzahlung des Stammkapitals brauchen, denn das können nicht alle Anbieter.

VERGLEICH

Die fünf kostenlosen Konten im Vergleich

Die Tabelle zeigt bewusst nur strukturelle Merkmale. Aktionszinsen und Cashback-Sätze ändern sich zu schnell, um in einem Vergleich verlässlich zu sein.

Tarif Grundgebühr SEPA-Freiposten Bargeld Buchhaltung Bedingung
Vivid Free Start 0 € SEPA ohne Stückpreis nur abheben DATEV-Schnittstelle keine
Fyrst Base 0 € Kontingent laut Preisverzeichnis ein- und auszahlen über Filialen Anbindung kostenpflichtig nur Freiberufler und Einzelunternehmer dauerhaft 0 €
Qonto Starter 0 € 5 pro Monat nur abheben Rechnungstool integriert nur Freiberufler und Einzelunternehmer
Kontist Free 0 € 5 pro Monat nur abheben Steuerschätzung, DATEV erst im höheren Tarif mindestens 300 € Habenumsatz im Monat
N26 Business Standard 0 € unbegrenzt begrenzt kostenfrei abheben keine eigene Schnittstelle nur Solo-Selbstständige

Stand: 09.09.2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Bei Freiposten und Stückpreisen weichen die Angaben verschiedener Marktübersichten teilweise voneinander ab. Verbindlich ist ausschließlich das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters, das Sie vor der Eröffnung prüfen sollten.

Warum hier keine Zinsen und kein Cashback stehen

Mehrere Anbieter werben derzeit mit Guthabenzinsen oder Cashback auf Kartenzahlungen. Das sind Aktionskonditionen mit Laufzeit, oft an Bedingungen wie eine Mindesteinlage oder einen neu eröffneten Vertrag geknüpft. In einem Vergleich, der über Monate online steht, wären solche Werte nach kurzer Zeit falsch. Wir führen sie deshalb nicht in der Tabelle. Wenn ein Aktionszins für Ihre Entscheidung wichtig ist, prüfen Sie ihn direkt beim Anbieter und achten Sie auf das Ende der Aktionsfrist.

ANBIETER

Die Anbieter im Einzelnen

Jeder Tarif hat ein klares Profil und eine klare Grenze. Beides steht hier nebeneinander.

Einzige 0-Euro-Option für GmbH

Vivid Free Start

0 € / Monat

Der einzige Tarif in dieser Auswahl, der auch Kapitalgesellschaften ohne Grundgebühr aufnimmt. SEPA-Überweisungen laufen ohne Stückpreis, mehrere Konten mit eigener IBAN sind anlegbar.

  • Für alle Rechtsformen inklusive UG und GmbH
  • SEPA-Überweisungen ohne Stückpreis
  • DATEV-Schnittstelle und Rechnungstools enthalten
  • Keine Bargeldeinzahlung
Zum Anbieter
Bargeld über Filialen

Fyrst Base

0 € / Monat*

Das digitale Geschäftskonto der Deutschen Bank. Der einzige Anbieter hier, bei dem Sie Bargeld auch einzahlen können, über die Filialen der Postbank und die Automaten der Cash Group.

  • Bargeld ein- und auszahlen über ein Filialnetz
  • Deutsche IBAN, Einlagensicherung über die Deutsche Bank
  • Alle Rechtsformen können eröffnen
  • *GbR, UG und GmbH zahlen ab Monat 7 sechs Euro monatlich
Zum Anbieter
Rechnungstool integriert

Qonto Starter

0 € / Monat

Seit April 2026 im Markt, ausdrücklich für Solo-Selbstständige gebaut. Angebots- und Rechnungserstellung sind eingebaut, das Modell arbeitet danach nach Verbrauch.

  • Rechnungs- und Angebotserstellung ohne Zusatzsoftware
  • Deutsche IBAN, keine Vertragsbindung
  • Nur fünf SEPA-Buchungen im Monat inklusive
  • Nicht für UG und GmbH
Zum Anbieter
Automatische Steuerrücklage

Kontist Free

0 € / Monat*

Kontist legt automatisch Rücklagen für Einkommen- und Umsatzsteuer zurück. Für Selbstständige, die zur Steuerzahlung regelmäßig überrascht werden, ist das der eigentliche Mehrwert.

  • Steuerschätzung und Rücklagenbildung in Echtzeit
  • Belegupload und Ausgabenverwaltung enthalten
  • *Nur kostenlos ab 300 € Habenumsatz im Monat
  • Nur fünf Buchungen frei, DATEV erst im höheren Tarif
Zum Anbieter
Unbegrenzte Überweisungen

N26 Business Standard

0 € / Monat

Das schlankeste Angebot der Auswahl und das einzige ohne Buchungsbegrenzung. Wer viele kleine Überweisungen tätigt und keine Buchhaltungsanbindung braucht, fährt hier am unkompliziertesten.

  • Keine Begrenzung der SEPA-Überweisungen
  • Cashback auf Kartenzahlungen, App mit sehr guten Bewertungen
  • Keine Buchhaltungsschnittstelle
  • Nur für Solo-Selbstständige, nicht für Gesellschaften
Zum Anbieter
Vertiefung

Weitere Anbieter prüfen

Diese Auswahl beschränkt sich auf dauerhaft kostenlose Tarife. Wer Bargeldeinzahlung, Unterkonten, mehrere Karten oder eine vollständige DATEV-Anbindung braucht, findet die Konten mit Grundgebühr im großen Marktüberblick.

Geschäftskonto-Vergleich Kosten im Detail
KOSTENFALLEN

Was „kostenlos“ wirklich heißt

Kein Anbieter verschenkt ein Konto. Die Frage ist nur, an welcher Stelle das Geschäftsmodell greift. Sechs Punkte, die Sie vor der Eröffnung prüfen sollten.

Buchungsposten

Die häufigste Bremse. Fünf Freiposten klingen großzügig, sind bei einem Solo-Selbstständigen mit Miete, Versicherung, Steuervorauszahlung und drei Lieferanten aber Mitte des Monats aufgebraucht. Rechnen Sie Ihre tatsächlichen Buchungen nach.

Mindestumsatz

Bei Kontist Free hängt die Kostenfreiheit an 300 € Habenumsatz im Monat. Wer nebenberuflich startet, saisonal arbeitet oder eine Auftragsflaute hat, rutscht schnell in die Inaktivitätsgebühr.

Bargeld

Die meisten digitalen Anbieter kennen keine Einzahlung, nur die Abhebung, und die kostet oft je Vorgang. Für Gastronomie, Einzelhandel und Handwerk mit Barzahlungen ist das ein Ausschlusskriterium.

Buchhaltungsanbindung

Eine DATEV-Schnittstelle steckt selten im Gratistarif. Kostet der Aufpreis 5 € im Monat, sind das 60 € im Jahr, die der Steuerberater bei sauberem Export oft mehrfach wieder einspart.

Fremdwährung

Wer international abrechnet, zahlt beim Umtausch. Die Aufschläge sind selten prominent ausgewiesen und schlagen bei regelmäßigen Zahlungen stärker zu Buche als jede Grundgebühr.

Karten

Im Gratistarif ist häufig nur eine virtuelle Karte enthalten. Eine physische Karte oder eine zweite für den Partner kostet extra. Was eine Firmenkarte leisten sollte, steht im Ratgeber Firmenkreditkarte.

RECHENBEISPIEL

Rechenbeispiel: drei Jahre, drei Rechtsformen

Wie stark die Rechtsform durchschlägt, zeigt eine einfache Rechnung: dieselbe Kontowahl, nur eine andere Gesellschaftsform.

Die Annahme: Drei Selbstständige eröffnen im selben Monat ein Geschäftskonto und bleiben drei Jahre dabei. Alle drei bleiben innerhalb der Freiposten, keine Bargeldeinzahlung, keine Zusatzkarte. Verglichen wird ausschließlich die Grundgebühr über 36 Monate.

Grundgebühr über 36 Monate

Balkenlänge im Verhältnis zum teuersten Fall

Freiberuflerin, Fyrst Base
0 €
Einzelunternehmer, Qonto Starter
0 €
UG-Gründer, Vivid Free Start
0 €
UG-Gründer, Fyrst Base
180 €
Die Rechnung im Detail

Fyrst Base ist für die UG in den ersten sechs Monaten kostenfrei. Ab dem siebten Monat fallen 6 € monatlich an. Über 36 Monate sind das 30 Monate zu 6 €, also 180 €. Dieselbe Person mit derselben Nutzung zahlt bei Vivid Free Start in diesem Zeitraum nichts.

Was das Beispiel zeigt

Nicht das Konto ist teuer, sondern die Kombination aus Konto und Rechtsform. Wer als Freiberufler startet und später in eine UG umwandelt, sollte die Kontowahl zu diesem Zeitpunkt erneut prüfen. Der Tarif, der vorher kostenlos war, ist es danach möglicherweise nicht mehr.

Modellrechnung der Bankdaten.de-Redaktion, Stand 08.09.2026, auf Basis der zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Tarifangaben. Buchungsposten, Kartenentgelte und Fremdwährungsaufschläge sind nicht enthalten, weil sie von der individuellen Nutzung abhängen. Maßgeblich ist das Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters.

EMPFEHLUNG

Welches Konto passt zu welchem Typ?

Es gibt kein bestes kostenloses Geschäftskonto, sondern nur ein passendes. Diese sechs Profile decken die meisten Fälle ab.

Nebenberuflich, wenige Buchungen

Ein bis fünf Zahlungen im Monat, kein Bargeld, schwankende Einnahmen. Achten Sie auf Mindestumsatzklauseln, die genau in ruhigen Monaten zuschlagen.

Passt am ehesten
Qonto Starter oder N26 Business

Viele kleine Überweisungen

Zwanzig oder mehr Buchungen im Monat. Freiposten-Modelle werden hier teuer, ein Tarif ohne Stückpreis ist rechnerisch fast immer günstiger.

Passt am ehesten
N26 Business oder Vivid Free Start

Bargeldgeschäft

Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk mit Barzahlungen. Ohne Einzahlungsmöglichkeit ist ein Konto praktisch unbrauchbar, egal wie günstig es ist.

Passt am ehesten
Fyrst Base

UG oder GmbH

Die Auswahl ist klein. Prüfen Sie zusätzlich, ob das Konto zur Einzahlung des Stammkapitals taugt, denn das können nicht alle Anbieter.

Passt am ehesten
Vivid Free Start

Steuerrücklagen sind Ihr Problem

Wer von Nachzahlungen regelmäßig überrascht wird, profitiert von automatischer Rücklagenbildung mehr als von jedem Cashback.

Passt am ehesten
Kontist Free

Steuerberater arbeitet mit DATEV

Fragen Sie vor der Kontowahl in der Kanzlei nach. Ein sauberer Export senkt das Honorar oft stärker, als eine Grundgebühr kosten würde.

Passt am ehesten
Vivid Free Start
DIREKTVERGLEICH

Kontist oder N26: der häufigste Direktvergleich

Zwei Konten, die sich an dieselbe Zielgruppe richten und trotzdem gegensätzlich aufgebaut sind

Kriterium Kontist Free N26 Business Standard
Grundgebühr0 €, an Bedingung geknüpft0 €, ohne Bedingung
SEPA-Buchungen5 im Monat freiunbegrenzt
Mindestumsatz300 € Habenumsatz nötigkeiner
Steuerrücklageautomatischnicht vorhanden
Belegverwaltungenthaltennicht enthalten
Buchhaltungsanbindungerst im höheren Tarifkeine eigene Schnittstelle

Wann Kontist die bessere Wahl ist

Wenn Steuernachzahlungen Ihr wiederkehrendes Problem sind und Sie im Monat auf wenige Überweisungen kommen. Die automatische Rücklagenbildung ersetzt in der Praxis eine Disziplin, die vielen Selbstständigen schwerfällt. Voraussetzung ist ein regelmäßiger Geldeingang von mindestens 300 € im Monat.

Wann N26 die bessere Wahl ist

Wenn Sie viele kleine Überweisungen tätigen oder schwankende Monate haben. Ohne Buchungsgrenze und ohne Mindestumsatz bleibt das Konto auch in einer Auftragsflaute kostenlos. Die Buchhaltung müssen Sie dann allerdings vollständig separat organisieren.

Was aus Penta wurde

Penta taucht in vielen älteren Vergleichen noch als eigenständiger Anbieter auf. Das Berliner Fintech wurde von Qonto übernommen, die Bestandskunden wurden auf Qonto migriert. Wer heute nach einer Penta-Alternative sucht, landet damit faktisch bei Qonto selbst.

SICHERHEIT

Einlagensicherung: Bank oder Zahlungsinstitut?

Ein Unterschied, der auf Werbeseiten selten auftaucht, für Geschäftsguthaben aber sehr wohl eine Rolle spielt.

Vollbank

Konten mit Einlagensicherung

Führt eine Bank mit Vollbanklizenz Ihr Konto, greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde und Institut. Das gilt auch für Geschäftskonten von Einzelunternehmern und Gesellschaften.

Bei Fyrst steht mit der Deutschen Bank eine Vollbank dahinter. Auch Konten, die über eine Partnerbank wie die Solaris SE geführt werden, fallen unter die Sicherung dieses Instituts.

Zahlungsinstitut

Konten mit Treuhandverwahrung

Manche Anbieter sind keine Banken, sondern lizenzierte Zahlungsinstitute. Qonto etwa firmiert als Olinda SAS unter französischer Lizenz und wird von der ACPR und der BaFin beaufsichtigt.

Kundengelder werden dort nicht über die Einlagensicherung geschützt, sondern getrennt vom Firmenvermögen auf Treuhandkonten verwahrt. Das ist ein anderer, nicht zwingend schlechterer Mechanismus, aber Sie sollten wissen, welcher greift.

Praktische Konsequenz

Für ein Konto, auf dem laufende Umsätze durchlaufen, spielt das selten eine Rolle. Sobald Sie dort aber Steuerrücklagen oder Investitionsmittel im fünfstelligen Bereich liegen lassen, sollten Sie prüfen, welcher Schutz gilt und ob eine Aufteilung auf zwei Institute sinnvoll ist. Wie die Sicherung im Detail funktioniert und was sich durch die Reform ändert, steht im Ratgeber Einlagensicherung. Für eine bewusste Aufteilung eignet sich auch ein Zweitkonto.

ANLEITUNG

Konto eröffnen: Schritt für Schritt

Bei digitalen Anbietern dauert der Antrag selten länger als eine Viertelstunde. Die Vorbereitung entscheidet über das Tempo.

1

Unterlagen bereitlegen

Personalausweis oder Reisepass, Steuernummer und je nach Rechtsform die Gewerbeanmeldung, der Handelsregisterauszug oder die Anmeldebestätigung des Finanzamts für Freiberufler. Ohne diese Dokumente bricht der Prozess in der Mitte ab.

2

Rechtsform korrekt angeben

Der häufigste Fehler. Wer sich als Kleinunternehmer einträgt, obwohl das Formular die Rechtsform meint, landet im falschen Tarif. Gefragt ist Freiberufler, Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH, nicht der Umsatzsteuerstatus.

3

Identität nachweisen

Per Video-Ident oder über die Online-Ausweisfunktion, meist innerhalb weniger Minuten. Sorgen Sie für gutes Licht und eine stabile Verbindung, abgebrochene Video-Ident-Sitzungen sind die häufigste Verzögerung.

4

Preisverzeichnis herunterladen

Speichern Sie das Preis- und Leistungsverzeichnis als PDF mit Datum. Wenn ein Anbieter später Entgelte einführt, haben Sie damit einen Beleg über die vereinbarten Konditionen. Das kostet zwei Minuten und ist im Streitfall Gold wert.

5

Zahlungsverkehr umstellen

Neue IBAN auf Rechnungsvorlagen, in der Buchhaltungssoftware, bei Zahlungsdienstleistern und auf der Website ändern. Informieren Sie Bestandskunden aktiv, sonst laufen Zahlungen monatelang auf das alte Konto.

6

Nach drei Monaten nachrechnen

Zählen Sie Ihre tatsächlichen Buchungen und vergleichen Sie sie mit den Freiposten. Erst dann wissen Sie, ob der Gratistarif zu Ihrem Alltag passt oder ob ein Tarif mit Grundgebühr unterm Strich günstiger wäre.

Wird die SCHUFA abgefragt?

Für ein Konto auf Guthabenbasis verzichten mehrere digitale Anbieter auf eine Bonitätsprüfung. Sobald ein Dispositionsrahmen, eine Kreditkarte mit Verfügungsrahmen oder eine Finanzierung dazukommt, wird geprüft. Wer mit einem Negativeintrag rechnet, findet passende Wege im Ratgeber Geschäftskonto ohne SCHUFA. Wie sich der Punktwert zusammensetzt, erklärt SCHUFA-Score verstehen.

HÄUFIGE FRAGEN

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die Fragen, die vor der Kontoeröffnung am häufigsten auftauchen

Brauchen Kleinunternehmer ein Geschäftskonto?

Gesetzlich verpflichtet sind nur UG und GmbH, weil sie eigene Rechtssubjekte mit getrennter Buchführungspflicht sind. Freiberufler und Einzelunternehmer dürfen ihre Geschäfte theoretisch über das Privatkonto abwickeln.

Praktisch verbieten die Bedingungen der meisten Banken jedoch die geschäftliche Nutzung eines Privatkontos. Die typische Folge ist eine Kündigung mit kurzer Frist, und dann steht mitten im Jahr ein Kontowechsel samt neuer IBAN für alle Kunden an.

Welches kostenlose Geschäftskonto ist das beste?

Das hängt an zwei Fragen: Welche Rechtsform haben Sie, und wie viele Buchungen fallen im Monat an? Für UG und GmbH bleibt in der 0-Euro-Klasse praktisch nur Vivid Free Start. Für Bargeldgeschäfte kommt nur Fyrst Base infrage, weil dort über Filialen eingezahlt werden kann.

Bei vielen Überweisungen sind Tarife ohne Stückpreis im Vorteil, bei wenigen Buchungen entscheidet die Ausstattung. Qonto punktet mit integriertem Rechnungstool, Kontist mit automatischer Steuerrücklage.

Kann eine GmbH oder UG ein kostenloses Geschäftskonto bekommen?

Ja, aber die Auswahl ist klein. Die meisten 0-Euro-Tarife sind ausdrücklich Freiberuflern und Einzelunternehmern vorbehalten. Qonto Starter und N26 Business scheiden für Kapitalgesellschaften aus.

Bei Fyrst Base können Gesellschaften eröffnen, zahlen aber ab dem siebten Monat 6 € monatlich. Dauerhaft ohne Grundgebühr bleibt in dieser Auswahl Vivid Free Start. Prüfen Sie zusätzlich, ob das Konto die Einzahlung des Stammkapitals unterstützt.

Sind diese Konten wirklich dauerhaft kostenlos?

Die Grundgebühr ja, das Gesamtpaket nicht zwangsläufig. Kosten entstehen typischerweise an vier Stellen: bei überschrittenen Buchungsposten, bei Bargeldabhebungen, bei Fremdwährungszahlungen und bei Zusatzleistungen wie einer physischen Karte oder der Buchhaltungsanbindung.

Hinzu kommen Bedingungen: Kontist Free ist an einen Habenumsatz von 300 € im Monat gekoppelt, Fyrst Base ist nur für Freiberufler und Einzelunternehmer dauerhaft gebührenfrei.

Was ist der Unterschied zwischen Kleinunternehmer und Kleingewerbe?

Kleinunternehmer ist ein umsatzsteuerlicher Status nach § 19 UStG: höchstens 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr. Der Status sagt nichts über die Rechtsform aus.

Kleingewerbe bezeichnet einen Gewerbebetrieb ohne kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb, der nicht ins Handelsregister muss. Man kann beides gleichzeitig sein, muss es aber nicht. Für die Kontowahl zählt allein die Rechtsform.

Kann ich mein Privatkonto geschäftlich nutzen?

Rechtlich verboten ist es nicht, vertraglich in aller Regel schon. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen der meisten Banken beschränken Privatkonten ausdrücklich auf die private Nutzung.

Wird die geschäftliche Nutzung bemerkt, etwa durch regelmäßige Zahlungseingänge mit Rechnungsnummern, folgt meist die Kündigung. Da es dauerhaft kostenlose Geschäftskonten gibt, ist das Risiko nicht mehr zu rechtfertigen.

Bei welchem kostenlosen Konto kann ich Bargeld einzahlen?

In dieser Auswahl nur bei Fyrst Base. Als Angebot der Deutschen Bank steht dahinter ein Filialnetz, Einzahlungen sind über Postbank-Filialen und Automaten der Cash Group möglich.

Die rein digitalen Anbieter kennen meist nur die Abhebung, oft gegen Entgelt je Vorgang. Für Gastronomie, Einzelhandel und Handwerk mit Bareinnahmen ist das ein Ausschlusskriterium, unabhängig vom Preis.

Wie viele Buchungen sind bei kostenlosen Konten enthalten?

Das unterscheidet sich stark. Bei Qonto Starter und Kontist Free sind fünf SEPA-Buchungen im Monat enthalten, danach fällt ein Stückpreis an. N26 Business begrenzt Überweisungen nicht, bei Vivid Free Start laufen SEPA-Überweisungen ohne Stückpreis.

Zählen Sie vor der Entscheidung Ihre tatsächlichen Buchungen eines typischen Monats, inklusive Miete, Versicherungen, Steuervorauszahlungen und Lieferanten. Fünf Freiposten sind schneller aufgebraucht, als es klingt.

Wird bei der Eröffnung die SCHUFA geprüft?

Für ein reines Guthabenkonto verzichten mehrere digitale Anbieter darauf. Sobald ein Dispositionsrahmen, eine Karte mit Verfügungsrahmen oder eine Finanzierung dazukommt, findet eine Bonitätsprüfung statt.

Klassische Filialbanken prüfen dagegen in der Regel grundsätzlich vor der Eröffnung. Wer mit einem Negativeintrag rechnet, sollte gezielt nach Anbietern ohne harte Prüfung suchen.

Kann ich mehrere Geschäftskonten gleichzeitig führen?

Ja, und für viele Selbstständige ist das die praktischste Lösung. Ein typisches Muster: das laufende Geschäft über ein digitales Konto ohne Grundgebühr, die Steuerrücklagen getrennt auf einem zweiten Konto.

Das schafft Übersicht, verhindert das versehentliche Ausgeben von Rücklagen und verteilt bei größeren Guthaben zugleich das Risiko auf zwei Institute.

Ist mein Geld bei digitalen Anbietern sicher?

Es kommt auf die Lizenz an. Läuft das Konto über eine Bank mit Vollbanklizenz, greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde und Institut.

Reine Zahlungsinstitute wie Qonto fallen nicht darunter. Dort werden Kundengelder getrennt vom Firmenvermögen auf Treuhandkonten verwahrt. Beide Modelle sind beaufsichtigt, funktionieren aber unterschiedlich. Bei größeren Guthaben lohnt der Blick ins Kleingedruckte.

Erst die Rechtsform, dann die Konditionen

Wer diese Reihenfolge einhält, spart sich das Vergleichen von Tarifen, die für die eigene Rechtsform gar nicht offenstehen. Der Rechtsform-Check dauert dreißig Sekunden.

✓ Fünf dauerhaft kostenlose Tarife ✓ Keine Kontopflicht für Einzelunternehmer ✓ Konditionen datiert und nachprüfbar

Redaktionelle Einordnung

Ringo Dühmke, Finanzredakteur bei Bankdaten.de
Ringo Dühmke
Finanzredakteur & zertifizierter Finanzberater (§ 34f GewO)

Die meisten Vergleiche zu diesem Thema beginnen mit einer Rangliste. Das ist der falsche Einstieg, denn die Reihenfolge spielt keine Rolle, wenn ein Tarif für Ihre Rechtsform gar nicht offensteht. Deshalb steht hier der Rechtsform-Filter vor allen Konditionen.

Der zweite Punkt, an dem sich Gratistarife entscheiden, sind die Buchungsposten. Fünf freie Überweisungen klingen nach viel, sind bei einem durchschnittlichen Solo-Selbstständigen aber am Zwanzigsten aufgebraucht: Miete, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Steuervorauszahlung, zwei Lieferanten, fertig. Wer das nicht vorher durchzählt, zahlt am Ende Stückpreise und hätte mit einem Tarif für neun Euro besser dagestanden. Meine Empfehlung: nach drei Monaten die tatsächlichen Buchungen zählen und die Entscheidung überprüfen.

Skeptisch bin ich bei Aktionszinsen und Cashback-Versprechen. Beides sind Marketinginstrumente mit Laufzeit, die in Vergleichstabellen deshalb nichts zu suchen haben. Was heute mit vier Prozent beworben wird, steht in einem halben Jahr womöglich bei null, und die Tabelle wäre falsch, ohne dass es jemand merkt. Wir führen in diesem Vergleich bewusst nur strukturelle Merkmale, die sich seltener ändern.

Ein Hinweis, den ich für wichtiger halte als jede Konditionenfrage: Wer als Freiberufler startet und später eine UG gründet, sollte die Kontowahl zu diesem Zeitpunkt neu bewerten. Genau an dieser Stelle kippt bei mehreren Anbietern der Preis, und die wenigsten prüfen das nach der Umwandlung noch einmal nach.

Transparenzhinweis: Diese Seite enthält Links zu Anbietern, für die Bankdaten.de eine Vergütung erhalten kann. Auf die redaktionelle Bewertung und die Reihenfolge in den Tabellen hat das keinen Einfluss. Alle Konditionsangaben sind datiert und wurden auf den Anbieterseiten sowie in unabhängigen Marktübersichten recherchiert. Preise und Leistungen ändern sich, verbindlich ist ausschließlich das Preis- und Leistungsverzeichnis des jeweiligen Anbieters.

Prüfdatum: 09.09.2026.

Quellen: § 19 UStG in der seit 01.01.2025 geltenden Fassung, § 18 EStG, Anbieterangaben von Qonto, Fyrst, Vivid, Kontist und N26 sowie unabhängige Marktübersichten von Handelsblatt, Für-Gründer und Gründung.de, abgerufen im September 2026.